Es war einmal #60 - Der Beginn des Call of Duty-Phänomens

Diese Woche in »Es war einmal«: Der Grundstein für die Call of Duty-Serie wird gelegt und Microsoft will Doom 3 exklusiv für die Xbox.

von Peter Smits,
09.04.2011 10:00 Uhr

Täglich berichtet GameStar.de über die aktuellen Ereignisse in der Welt der Videospiele, doch wie ist der »status quo« überhaupt entstanden? In dem wöchentlichen Format »Es war einmal« wagen wir den Blick in die Vergangenheit und präsentieren Ihnen die wichtigsten News, die heißesten Gerüchte, und die besten Neuerscheinungen vor genau neun Jahren.

04. April 2002 - 10. April 2002

Die wichtigsten News

Call of Duty wird angekündigt

Es ist immer wieder interessant zu sehen, wie sich die Relevanz einer News über die Jahre verschiebt. Dies lässt sich besonders an zwei Neuigkeiten festmachen, die vor neun Jahren in Umlauf kamen. Damals sorgte die Ankündigung, dass Microsoft den Ego-Shooter Doom 3 exklusiv für die Xbox haben will für deutlich mehr Aufregung als die Mitteilung des Publishers Activision, laut der man einen weiteren Weltkriegs-Shooter veröffentlichen wird. Während erstere News aus heutiger Sicht nichts weiter war als unbegründete Panikmache, markiert die zweite den Anfang eines Massenphänomens.

Aber zuerst zur ehemals aufregenden News: Am 6. April 2003 meldete GameStar, dass dem Entwicklerstudio id Software ein verlockendes Angebot gemacht wurde. Das Unternehmen Microsoft wollte die Entwickler-Urgesteine dazu bringen, den Ego-Shooter Doom 3 exklusiv auf der Xbox zu veröffentlichen. Die Konsole war gerade in Europa gestartet und sorgte nicht für die Verkaufszahlen, die Microsoft gerne gesehen hätte. Die News war ausschließlich ein Gerücht, das durch das amerikanische Wired-Magazin in Umlauf gesetzt werde. Ob das es nun stimmte oder nicht ist im Endeffekt irrelevant, weil aus Microsofts Plan nichts wurde. Doom 3 wurde primär für den PC entwickelt, die Xbox-Version erschien erst einige Monate später. Dafür aber immerhin mit einem exklusiven Multiplayer-Modus.

Drei Tage später meldete der Publisher Activision, dass er sich die Rechte an einem Spiel namens Call of Duty gesichert hat. Dabei handele es sich um einen Ego-Shooter vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkriegs, der vom Entwicklerstudio Infinity Ward entwickelt wird. Das damals noch unabhängige Studio bestand zu einem großen Teil aus Entwicklern, die bereits bei Electronic Arts an Medal of Honor: Allied Assault gearbeitet hatten. Für die Grafik von Call of Duty sei eine aufgebohrte Quake 3-Engine zuständig, die bereits in Return to Castle Wolfenstein genutzt wurde. Besonders spannend ist der letzte Satz der damaligen Meldung: "Langfristig möchte Activsion aus Call of Duty eine Serie stricken, die die Schicksale unbekannter Soldaten schildert."

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Man könnte sagen: "Mission accomplished". Denn aus Call of Duty wurde bekanntermaßen tatsächlich eine Serie - und was für eine. Insgesamt sieben Teile wurden bisher von Call of Duty veröffentlich, im November 2009 überstiegen die Gesamteinkünfte für den Publisher Activision 3 Milliarden US-Dollar. Und darin fehlen ein großer Teil der Einnahmen von Modern Warfare 2 sowie die gesamten Einnahmen von Call of Duty: Black Ops . Während die Serie mit der Zeit das Zweite-Weltkriegs-Szenario verließ blieb sie sich spielmechanisch treu: Call of Duty steht für eine recht kurze Solo-Kampagne voller Skriptsequenzen und Explosionen, die nicht durch spielerische Tiefe sondern eher durch auf Dauer-Action getrimmte Inszenierung besticht.

Dabei liegt für viele Spieler das Hauptaugenmerk eh auf dem Multiplayer-Modus. Auch wenn bereits Call of Duty 2 einen überaus beliebten Mehrspielermodus bot, entwickelte er sich erst ab Call of Duty 4: Modern Warfare zu einem regelrechten Massenphänomen. Modern Warfare 2 gehört noch immer zu den meistgespielten Titeln auf den Konsolen Xbox 360 und PlayStation 3, viele Käufer haben den Einzelspielermodus gar nicht erst ausprobiert. Für den Erfolg sind vermutlich zwei Aspekte verantwortlich: Zugänglichkeit und Motivation. Entgegen Titeln wie Battlefield will Call of Duty den Spieler gar nicht auf einer taktischen Ebene fordern, sondern vielmehr schnelle und unkomplizierte Action bieten. Gleichzeitig sorgen unzählige freischaltbare Waffen, Aufsätze und Perks dafür, dass die Spieler motiviert bleiben.

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Dieses Konzept ist so erfolgreich, dass die Spieler sogar rund 15 Euro für fünf neue Multiplayer-Karten berappen. Dem Erfolg ist ebenfalls zu verdanken, dass man Innovation in der Serie vergeblich sucht. Activision lässt mittlerweile mindestens drei Studios gleichzeitig an neuen Call of Duty-Spielen arbeiten, damit jährlich ein neuer Teil garantiert ist. Wie lange das Konzept »Mehr vom Gleichen« aufgeht, wird die Zukunft zeigen. Fakt ist aber, dass der Publisher in der Vergangenheit bei Call of Duty fast immer ein glückliches Händchen bewiesen hat.

Was ist sonst noch passiert?

Tony Hawk's Pro Skater 4 erscheint auch für den PC +++ Valve verbündet sich mit Activision +++ Freelancer verschiebt sich mal wieder +++


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