Eve: Project Nova - Details zur Ausrüstung, dem neuen Fortschrittssystem und mehr

Nachdem CCP auf dem Eve Fanfest 2017 nur ankündigte, dass das Entwicklerteam von Eve Online: Project Nova nach Island zieht, plauderte ein Mitarbeiter des Projekts jetzt ein wenig über Details zu dem Shooter-Projekt.

von Mathias Dietrich,
15.05.2017 18:30 Uhr

Komplett unerwartet postete der Senior Director von Project Nova im Laufe der letzten Wochen eine Reihe von Infos zum Eve-Online-Shooter.Komplett unerwartet postete der Senior Director von Project Nova im Laufe der letzten Wochen eine Reihe von Infos zum Eve-Online-Shooter.

Seit der Ankündigung von Eve Nova hält sich CCP relativ bedeckt zu dem Projekt. Ein Grund scheint zu sein, dass man keine allzu großen Erwartungen wecken will. Ein Problem, dass dem Vorgängerprojekt Dust 514 zum Verhängnis wurde. Auch zum Eve Fanfest diesen Jahres gab es nur wenig neues zum MMO-Shooter. Jetzt hat CCP Rattati, Senior Director des Projektes, über einige Details zu Eve Nova auf dem Discord-Server zu Dust 514 ein paar Details verraten.

Etwas unerwartet und ganz formlos hat Rattati im Gespräch mit Fans einige Infos über Ausrüstung, Waffen und Spielablauf bekannt gegeben. Dabei soll es sich allerdings nur um Ideen handeln, über die der Entwickler aktuell nachdenkt. CCP selbst weiß also noch nicht, ob all diese Überlegungen so im fertigen Spiel auftauchen werden.

Corporations statt Imperien

Im Eve-Universum gibt es nicht nur vier unterschiedliche NPC-Imperien, sondern auch zahllose unterschiedliche NPC-Corporations. In Dust 514 stellten noch erstere den Grundpfeiler für das gesamte Ausrüstungssystem dar. Das heißt, dass es von jeder Waffe vier unterschiedliche Ausführungen gab. Jedes Imperium hatte ein eigenes Design für ein Sturmgewehr, eine Pistole, eine Sniper-Rifle und so weiter. In Nova will der Entwickler das System stärker auf die Corporations ausrichten, statt stur von jedem Item vier unterschiedliche Versionen anzubieten.

Als Beispiel nennt Rattati die Sentinel-Dropsuit. Wie eine AK 47 im echten Leben, wird die Dropsuit von einer Firma produziert und hat dann ein entsprechendes Design, da die Firma einer Nation mit ihrer eigenen Kultur zugehörig ist. Zwei Firmen können dann die gleiche Waffe herstellen. Das Design wird sich sehr ähneln, aber die Einstellungen können grundverschieden sein. Zum Beispiel macht die eine Waffe weniger Schaden, hat aber ein größeres Magazin, wohingegen die Waffe der anderen Firma mit weniger Munition auskommen muss, dafür aber stärker ist. Dem System von Borderlands also nicht ganz unähnlich.

Mehr zum Hintergrund: Eve Online: Project Nova - Was aus dem Shooter-Projekt wurde

Um bestimmte Waffen kaufen zu können, soll man außerdem erst Ansehen bei der Firma gewinnen müssen, die diese Waffe herstellt. Hier könnte möglicherweise auch der Spielermarkt ansetzen, bei dem man Waffen von anderen Spielern kauft, wenn einem selbst das nötige Ansehen fehlt.

Das neue Ausrüstungssystem

Ein weiterer Fokus bei der Entwicklung ist das Ausrüstungssystem. Das will CCP verfeinern und plant derzeit, sich an Eve Online zu orientieren. Der Grundpfeiler wird eine Unterteilung zwischen vier verschiedenen Versionen der Items sein: Zivil, T1, T2 und Fraktions-Items. Zudem ist geplant, dass man, zumindest bei den Dropsuits (Rüstungen), einem Upgradeprozess folgen wird: Man kauft als erstes eine zivile Rüstung und rüstet diese dann auf, anstatt jede Stufe einzeln kaufen zu können.

Auf dem Discord-Channel postete Rattati auch dieses neue Bild zu Eve Nova, auf dem man eine Dropsuit erkennen kann. Was genau es damit auf sich hat, sagt er allerdings nicht.Auf dem Discord-Channel postete Rattati auch dieses neue Bild zu Eve Nova, auf dem man eine Dropsuit erkennen kann. Was genau es damit auf sich hat, sagt er allerdings nicht.

Ein sogenanntes »Fittingsystem« wie in Eve Online und Dust 514 soll ebenfalls wieder dabei sein. Man wird also nicht auf vorgefertigte Loadouts wie in Eve Valkyrie angewiesen sein. Das Eve-typische Fittingsystem basiert darauf, dass das eigene Raumschiff, Fahrzeug oder Dropsuit nur so viele Items ausrüsten kann, wie es das Power Grid (PG) und die CPU zulassen. Wird einer der beiden Werte durch den Verbrauch der Ausrüstung überschritten, ist das Fitting unzulässig.

Allerdings hat CCP vor, in Nova keine Unterteilung zwischen Power Grid und CPU vorzunehmen und will stattdessen nur einen Wert nutzen. Ebenfalls neu: Nicht nur die eigene Dropsuit soll ein Fittingsystem für sich haben, sondern auch die eigene Waffe. Rattati sprach hierbei von verschiedenen Aufsätzen wie beispielsweise einem Zielfernrohr.

Ebenso will CCP den Capacitor aus Eve Online übernehmen. Im Endeffekt bedeutet das, dass es eine Art »Mana« geben wird. Ein Repairtool könnte dann z.B. nicht endlos lange reparieren, sondern nur solange, wie man auch Energie hat. Ist die Energie aufgebraucht, muss man einige Sekunden warten, bis sie sich automatisch erneuert hat.

ISK-Krieg nur für Veteranen

Das Eve Universum ist auch dafür bekannt, dass jede Niederlage Konsequenzen hat. Im Regelfall ist das der Verlust der eigenen Ausrüstung, die man sich nach dem virtuellen Ableben erst wieder neu kaufen muss. Das System soll auch in Nova übernommen werden, scheinbar aber nur in abgeschwächter Form. Rattati sagte, dass sämtliche Ausrüstung in frühen Missionen komplett »versichert« sein soll. Die Spieler haben also keinen Verlust. Erst in großen Kämpfen zwischen Spieler-Corporations soll diese Versicherung wegfallen.

In den ersten Gefechten soll sich Nova wie ein normaler Shooter Spieler. Erst später sollen Eve-typische Elemente wie der Verlust von Ausrüstung bei Ableben zum tragen kommen.In den ersten Gefechten soll sich Nova wie ein normaler Shooter Spieler. Erst später sollen Eve-typische Elemente wie der Verlust von Ausrüstung bei Ableben zum tragen kommen.

Damit will man den Einstieg erleichtern. Denn laut dem Entwickler war ein großes Problem von Dust 514, dass man normales FPS-Vorgehen zu stark bestrafte. Das Ziel von Nova ist es daher, erst Veteranen des Spiels mit den Eve-spezifischen Aspekten zu konfrontieren.

Um in diesem System auch Anfänger dazu zu motivieren, einen Kampf zu gewinnen, plant das isländische Studio stattdessen verbrauchbare Gegenstände, die man für einen gesamten Kampf aktivieren kann und nur durch Siege verdient. Damit soll gewährleistet werden, dass die Spieler stets versuchen einen Kampf zu gewinnen. In Dust 514 war es noch üblich, nur zu versuchen die eigenen Verluste so gering wie möglich zu halten.

Kein Lobby-Shooter mehr

Dust 514 hatte stets die große Ambition, kein Lobby-Shooter zu sein. In der Realität wurde der lang erwartete Sandbox-Modus aber nie umgesetzt. Entsprechend blieb das Spiel seine gesamte Lebzeit über doch ein klassischer Shooter mit Matchmaking. Ein Fehler, aus dem CCP lernen will, indem sie sich mehr an Eve orientieren möchten. Rattati gibt dabei auch bekannt, dass viele der geplanten Konzepte von Dust 514 noch in Nova existieren. Allerdings nicht alle. Als Ziel setzt sich der Entwickler ein Spiel zu erschaffen, das sehr einfach zu erlernen ist, aber nur schwer gemeistert werden kann.

Mehr Risiken bei der Entwicklung

Ein weiterer Punkt, den der Entwickler als Fehler ansah und bei Nova nicht wiederholen will ist, dass man bei Dust 514 keine großen Risiken eingehen wollte. Das soll sich jetzt ändern. Nach wie vor scheint Nova allerdings noch keine endgültige Freigabe bei CCP erhalten zu haben. Denn nach wie vor ist es nicht mehr als ein Projekt und hat auch noch keinen endgültigen Titel erhalten.

Fans von Nova sind skeptisch: Die lange Entwicklungsreise des Eve-Shooters


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