Ex-Google-Mitarbeiter über die Arbeit bei Google - Zu viele Debatten über Kleinkram

Google kann sich nicht entscheiden und debattiert über zu viele Kleinigkeiten.

von Georg Wieselsberger,
22.03.2009 10:07 Uhr

Douglas Bowman war bis vor kurzem Visual Design Lead bei Google und arbeitete beinahe drei Jahre dort an neuen Produkten und Ideen und baute dafür ein ganz neues Team auf. Er sei stolz auf das Team, man habe fantastische Arbeit geleistet, aber er müsse nun seine Zelte abbrechen, schreibt Bowman in seinem Blog. Es sei reizvoll gewesen, an Produkten dieser Größe für Millionen Menschen zu arbeiten, aber er hätte bei seinem Einstieg einen wichtigen Punkt übersehen.

Google habe seit seiner Gründung niemanden in der Führung gehabt, der die Grundlagen des Designs verstanden habe, sondern sich stets an die Entwickler gewandt, die jedes Problem auf Logik reduzieren würden, um dann Daten erheben, bevor sie eine Entscheidung treffen. Es sei tatsächlich wahr, dass Google sich nicht zwischen zwei Blautönen habe entscheiden können und deswegen 41 Schattierungen zwischen diesen Tönen getestet habe, um festzustellen, welche Farbe die bessere sei.

Kürzlich habe er eine Debatte darüber führen müssen, ob ein Rahmen eines Fensters 3, 4 oder 5 Pixel breit sein solle und sei gebeten worden, seinen Standpunkt zu belegen. In so einer Umgebung könne er nicht arbeiten und sei den Diskussionen über solchen Kleinkram müde geworden. Es gäbe in dieser Welt interessantere Designprobleme zu lösen. Er sei dennoch dankbar für die Möglichkeit, bei Google zu arbeiten. Er werde Dinge wie kostenloses Essen oder die Besuche von Prominenten vermissen, aber sicher nicht die Design-Philosophie, die nur von reinen Daten lebe.

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