Facebook mit Handbremse - Mitarbeiter sollen extrem langsames Internet erleben

Das soziale Netzwerk will ein internes Programm starten, bei dem Mitarbeiter nur noch einen extrem langsamen Internetzugriff haben.

von Georg Wieselsberger,
29.10.2015 14:48 Uhr

Facebook will seine Mitarbeiter erleben lassen, wie langsam das Internet in manchen Ländern ist.Facebook will seine Mitarbeiter erleben lassen, wie langsam das Internet in manchen Ländern ist.

Laut einem Bericht von Mashable plant Facebook ein internes Programm mit dem Titel »2G Tuesdays«. An den speziellen Dienstagen sollen die Mitarbeiter des sozialen Netzwerkes erleben, wie es ist, wenn der Internetzugang nur mit »2G«-Geschwindigkeit möglich ist. Hierzulande nennt man diesen Mobilfunk-Standard GSM. Er spielt in großen Industrienationen kaum noch eine Rolle für die reine Datenübertragung, denn er erlaubt maximal 14,4 kbit pro Sekunde. Das »k« ist kein Schreibfehler und daher benötigt die Übertragung einer einzigen Webseite per GSM zum Teil mehrere Minuten.

Der Sinn der 2G-Aktion ist es, den Mitarbeitern von Facebook zu zeigen, wie viele neue Facebook-Nutzer in Ländern wie Kenia oder auch Indien zum Teil das soziale Netzwerk erleben, weil es dort oft nur extrem langsame Verbindungen und auch nur Smartphones für den Internetzugang gibt. Das 2G-Programm soll dabei helfen, Facebook für diese Nutzer zu verbessern.

Allerdings wird nicht automatisch die Internetverbindung jedes Mitarbeiters an Dienstagen auf GSM-Geschwindigkeit gedrosselt. Beim Einloggen sollen die Angestellten gefragt werden, ob sie für eine Stunde Facebook so erleben wollen, wie es bei Millionen Nutzern mit GSM-Verbindungen der Fall ist. Innerhalb dieser Zeit könnten die Mitarbeiter dann feststellen, wo Facebook noch verbessert werden muss und wo man schon große Fortschritte erzielt habe.

Der Facebook-Entwickler Tom Alison geht davon aus, dass viele Angestellte teilnehmen werden und es so auch viele neue Ideen zur Verbesserung des Angebotes geben wird. Im Jahr 2012 hatte Facebook einige seiner Entwickler aus den gleichen Gründen mit Nokia-Mobiltelefonen ausgestattet, die nur langsame Verbindungen nutzen konnten.

Quelle: Mashable


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