Festplatten - Höhere Kapazitäten durch Bakterien

Die vergleichsweise langsame Entwicklung auf dem Festplattenmarkt sorgt bei den Herstellern für zunehmend kreative Weiterentwicklungen. Neueste Hoffnung auf höhere Kapazitäten bieten Bakterien.

von Dennis Ziesecke,
04.11.2012 14:27 Uhr

Mit Hilfe von Bakterien sollen in Zukunft Festplatten-Bestandteile hergestellt werden. Was zuerst nach einer günstigen Alternative zu chinesischen Fabrikarbeitern klingt hat glücklicherweise einen anderen Hintergrund. So hat laut Fudzilla eine Forschungsgruppe aus Leeds intensive Studien rund um das Bakterium Magnetospirillum magnetotacticum betrieben und kam dabei zu interesanten Schlüssen, die unter Umständen eine neue Festplatten-Generation zur Folge haben könnten.

So nimmt Magnetospirillum magnetotacticum Eisen auf, welches im Inneren des Bakteriums mit einem Protein zu Magnetit-Kristallen in Nanogröße umgewandelt wird. Das für die Umwandlung verantwortliche Protein Mms6 konnte aus dem Bakterium extrahiert werden, so dass sich Eisen auch ohne aktiv beteiligtes Bakterium in Magnetit umwandeln ließ.

Diese Technik könnte in der Zukunft genutzt werden, um die bislang bei der Produktion von Festplatten eingesetzten Argon-Ionen abzulösen. Die Folge wäre eine deutlich höhere Informationsdichte: Die Forscher konnten bereits ein Quadrat mit einer Kantenlänge von 20 Mikrometern herstellen - ein Quadratzoll (ca. 6,5 Quadratzentimeter) könnte dann eine Datenmenge von einem Terabyte aufnehmen. Aktuell liegt die Datendichte bei etwa 630 Gigabit pro Quadratzoll bei 3,5-Zoll-Festplatten - mit dieser Datendichte arbeiten beispielsweise aktuelle Modelle mit 3 Terabyte Kapazität.


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