Illegales Filesharing - Kein Schaden für Filmindustrie nachweisbar

Eine neue wissenschaftliche Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass das illegale Filesharing von Filmen keinen nachweisbaren Schaden für die Filmbranche verursacht.

von Georg Wieselsberger,
15.02.2012 15:59 Uhr

Die neue Studie der Wirtschaftswissenschaftler Brett Danaher und Joel Waldfogel hat den Effekt des illegalen Filesharing auf die Kinoeinnahmen der Filmindustrie seit der Verwendung des BitTorrent-Protokolls im Jahr 2003 untersucht.

Die beiden Forscher kommen zu einem für die Vertreter von umstrittenen Gesetzen und Abkommen wie SOPA oder ACTA unangenehmen Schluss: es gibt keinerlei Hinweise darauf, dass die illegale Verbreitung von Filmen über das Internet der Filmindustrie oder den Kinoeinnahmen in den USA schadet. In anderen Ländern jedoch zeigt sich, dass die Einnahmen mindestens sieben Prozent unterhalb der Erwartungen langen.

Als Ursache hierfür nennen Danaher und Waldfogel zwar tatsächlich illegale Kopien, allerdings tritt dieser Effekt nur dann auf, wenn ein Film in diesen Ländern erst Wochen oder Monate nach der Premiere in den USA in den Kinos zu sehen ist. Dann verbreiten sich Kopien der US-Version im Internet und sorgen tatsächlich für Mindereinnahmen, die allerdings durch den von den Filmstudios verzögerten Filmstart in manchen Ländern verursacht werden, so die Ansicht der Forscher.


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