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Black Swan - Tanz in die Finsternis

Ein düsterer Psycho-Thriller in Maskerade – Die vermeintlich harmlose Geschichte einer leidenschaftlichen Balletttänzerin offenbart sich als Abstieg in seelische Abgründe.

von Christian Mester,
22.01.2011 11:00 Uhr

Ballett - Eleganter Ausdruckstanz, der gnadenlose Perfektion verlangt und in dem zierliche Tänzerinnen für die Kunst oftmals bis an ihre Schmerzgrenzen gehen. Klingt qualvoll, aber auf den ersten Blick nicht unbedingt nach dem perfekten Umfeld für einen ins Horrorgenre abdriftenden Psycho-Thriller. Doch mit Talent ist auch das möglich: Der Regisseur Darren Aronofsky (Requiem for a Dream, The Wrestler) schafft ein packendes Charakterportrait, das ein schonungsloser Blick in seelische Abgründe wirft.

Die Story

Für die filigrane Nina Sayers (Natalie Portman) gibt es nur einen einzigen Lebensinhalt: Balletttanz. Seit frühester Kindheit ist die Tochter einer professionellen Ballerina (Barbara Hershey) darauf getrimmt, erfolgreich im strahlenden Rampenlicht der Bühne zu stehen. Nina ist fanatisch und so ehrgeizig, dass sie sich ein Privatleben nicht leisten will. Jede Minute, die sie nicht in ihrer prämierten Schule tanzen kann, verbringt sie tanzend zuhause; hoffend, eines Tages eine der großen Hauptrollen spielen zu dürfen, bevor sie zu alt wird.

Black Swan - Bilder zum Kinofilm ansehen

Und ihr Traum scheint in Erfüllung zu gehen, als sie von ihrem strengen und sexistischen Lehrer (Vincent Cassell) das Angebot bekommt, die Schwanenprinzessin in Tschaikowskis berühmtem Schwanensee-Stück zu spielen. Der plötzliche Erfolgsdruck ist für die weltfremde, sozial völlig unerfahrene junge Frau jedoch zu groß. Sie beginnt zu halluzinieren, sich krankhaft zu verletzen und Freunde als vermeintliche Gefahren zu sehen. Von dieser Paranoia droht Nina, den Verstand zu verlieren.

Der Sturz des Schwans

Black Swan wurde im Vorfeld als Charakterdrama mit romantischen Elementen eingeschätzt. Aber weit gefehlt: Darren Aronofskys Tanzgeschichte ist ein wirkungsvoller Horrorfilm, der mitfiebern lässt und schockiert. Sie ist primär ein erschreckendes Charakterportrait einer jungen Frau, die in besonderen Extremen aufgewachsen ist. Ihre tyrannische Mutter, selbst ein gescheitertes Talent, drillte ihr Kind von klein auf darauf, das zu erreichen, wozu sie selbst nie in der Lage war. Als Folge wurde Nina fanatisch und obsessiv. Die junge Frau tanzt demnach, bis ihre Füße blutig sind und kennt und akzeptiert für sich nichts außer Ballett. Ein Zustand, der sie schon direkt zu Anfang als krankhafte Person zu erkennen gibt. Der Film thematisiert die weitere psychische Talfahrt ungemein fesselt.

Darren Aronofsky inszeniert sein tragisches Charakterdrama auf finstere Weise und zeigt Ninas Welt als lebloses Moloch, das nur aus ihrer kleinen Wohnung und den sterilen Trainingshallen der Schule zu bestehen scheint. Schon zu Beginn, nachdem sie Rolle in Schwanensee bekommen hat, fühlt sie sich in ihrer Welt unbehaglich. Doch mit der näher rückender Premiere droht diese bald, gänzlich einzubrechen. Nina beginnt, Dinge und Menschen zu sehen, die nicht da sind und wird immer instabiler.

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