FlyVIZ - Wissenschaftler entwickeln 360-Grad-Headset

Französische Wissenschaftler haben ein Headset entwickelt, mit dem es dem Träger möglich ist, einen 360-Grad-Blick zu erhalten, ohne dabei den Kopf zu drehen.

von Georg Wieselsberger,
17.12.2012 10:01 Uhr

Das Headset, das auf den Namen FlyVIZ getauft wurde, stammt von Technikern und Wissenschaftlern der Grande École d’Ingenieurs Paris-Laval. Es nutzt einen Helm mit einem modifizierten Sony Personal 3D Viewer Headset , in das die Daten einer Kamera auf dem Helm eingespeist werden. Die Kamera nimmt dabei nicht nur das auf, was vor dem Nutzer zu sehen ist, sondern über ein speziell geformtes Spiegelsystem auch die gesamte Umgebung.

Nach zwei Jahren Entwicklungszeit ist der Prototyp, der mit einem Laptop in einem Rucksack, Helm, Kamera, Kabel und Anzeige immerhin 1,6 Kilogramm wiegt, nun in der Testphase. Die Testpersonen benötigen rund 15 Minuten, um sich an die seltsame visuelle Darstellung des Headsets zu gewöhnen, stellten jedoch sonst keinerlei Nebenwirkungen wie Schwindel, Übelkeit oder Müdigkeit fest. Stattdessen stellten die Forscher fest, dass die Tester trotz der 2D-Darstellung der Umgebung ihre Fähigkeit behielten, Entfernungen abzuschätzen, vermutlich, weil das Gehirn die fehlenden Daten aus anderen Sinneseindrücken wie Bewegungen und Verschiebungen von Gegenständen zueinander ergänzt.

So war es den Testern möglich, Stäbe zu greifen, die ihnen von außerhalb ihres Sichtfeldes hingehalten wurden und Objekten, die von hinten geworfen wurden, auszuweichen. Sogar Autofahren war mit FlyVIZ kein Problem. Natürlich gibt es auch ein entsprechendes Video auf YouTube, allerdings auf französisch. Eine verbesserte Version des FlyVIZ soll eines Tages beispielsweise Wächtern, Polizisten oder Feuerwehrmännern helfen.


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