For Honor - Stellungnahme zu den bunten Mood-Effects

Ein Video sorgte zuletzt für reichlich Aufsehen innerhalb der For-Honor-Community - es zeigt erstaunlich farbenfrohe Effekte, wo eigentlich mittelalterliche Authentizität versprochen wurde. Nun hat Ubisoft auf die Kritik reagiert.

von Dom Schott,
30.01.2017 10:45 Uhr

For Honor steckt aktuell in einer heftigen Diskussion um die neu entdeckten »Mood Effects«, die viele Spieler als zu bunt empfinden. For Honor steckt aktuell in einer heftigen Diskussion um die neu entdeckten »Mood Effects«, die viele Spieler als zu bunt empfinden.

Update vom 30. Januar 2017: Zwischenzeitlich hat uns Ubisoft eine offizielle Stellungnahme zu den entdeckten Mood-Effects zukommen lassen - und ihr Vorhandensein in der finalen Spielversion bestätigt.

Allerdings zeige das kursierende Video die Effekte nicht in ihrer eigentlich sehr viel besseren grafischen Qualität, heißt es. Außerdem werde man möglicherweise eine Abschaltung der Option ermöglichen:

"Ja, diese Effekte wird es im fertigen Spiel geben und sie sind eine High-End Customization-Option, um die Finishing Moves seines persönlichen Helden oder seiner Heldin zu individualisieren. Die meisten in dem Video gezeigten Moves werden zum Launch verfügbar sein und können im Verlauf des Spiels freigeschaltet werden. Wir werden das Feedback der Spieler genau analysieren, wenn es um die Möglichkeit der Abschaltung dieser Option geht. Generell sei gesagt: Die Qualität des Videos ist sehr schlecht und zeigt die Effekte nicht in einer repräsentativen Qualität."

Auch die Blut-Effekte und das »realistische Fleisch« lassen sich im Spiel übrigens abschalten. Nicht unwahrscheinlich, dass die Mood-Effekte hier letztlich ebenfalls in den Optionen auftauchen.

Ursprüngliche Meldung: Lange war das Subreddit von For Honor ein recht ruhiges Plätzchen im Internet: Nach der Ankündigung des Spiels auf der E3 2015 verging über ein Jahr, bis Ubisoft sein neues Franchise im Herbst 2016 wirkungsvoll zurück ins Rampenlicht schubste. Viel zu diskutieren gab es bis dahin abseits der Euphorie über die ersten Trailer nicht.

Dann aber konnten im Rahmen einer groß angelegten Beta erstmals Journalisten, Streamer und Fans Hand an eine abgespeckte Vorab-Version des Titels legen, die trotzdem schon die Essenz von For Honor in sich trug: Taktisch herausfordernde Duelle zwischen der popkulturellen Nahkampfelite (Ritter, Samurai, Wikinger), die inmitten von grafisch beeindruckenden und realistisch anmutenden Burgruinen und Wäldern ausgefochten werden.

Die Beta kam gut an und die überwiegend begeisterten Berichte zu dieser Testphase gingen in den letzten Tagen in eine spürbare Vorfreude über, die umso mehr wuchs, je näher der Startschuss für die finale Beta-Phase vor Release von For Honor rückte. Doch seit dem 24.01. stört ein Schlagwort die einhellige Euphorie der Community und sorgt für immer mehr empörte Nachrichten, Threads und sogar stornierte Vorbestellungen. Die Rede ist von den sogenannten »Mood Effects«.

Was sind Mood Effects? Und was ist so schlimm daran?

Erstmals tauchte die Bezeichnung auf den Übersichtsgrafiken der Deluxe Edition und Gold Edition von For Honor aus, zwischen denen Käufer neben der Basisversion wählen können. Wer sich für eine der teuren Spezialversionen des Spiels entscheidet, erhält neben einigen anderen Extras einen Mood Effect (Deutsch: Finishing Move Effect, English: Execution Mood Effect), bei dem es sich um eine individuelle Finisher-Animation handelt.

For Honor - Mood Effects AnzeigeFor Honor - Mood Effects Anzeige

Das Bild, das für die Verkaufsaktion benutzt wird, ermöglicht einen ungefähren Eindruck, wie eine solche Extra-Animation aussehen könnte: Wir sehen einen Ritter, der von einer grau-silbernen Silhouette umgeben ist, während er einen Gegner niederschlägt. Ein subtiler Grafik-Effekt. Zu sehen war die Animation allerdings bisher weder in der ersten Testphase Ende 2016, noch in offiziellen Gameplay-Videos oder Trailern. Damit waren die Mood Effects erst einmal bis auf weiteres vom Radar der Community verschwunden.

Ausschlaggebend für die nun frisch ausgebrochenen Diskussionen um die Mood Effects ist ein Video des Users Malkavia. Er konnte laut eigener Angabe die Spieldateien der Mood Effects dank der finalen For-Honor-Beta isolieren und auslesen. Die zu sehenden Animationen beißen sich stark mit dem Anspruch des Spiels, realistische Schlachtfelder und authentisch wirkende Kämpfe zu inszenieren.

Die einzigen farblich herausstechenden und damit die Immersion brechende Animationen, die bisher offiziell im Spiel gezeigt wurden, markieren strategisch wichtige Bewegungen wie beispielsweise Paraden. Sie haben damit also eine Berechtigung zum bunt sein, wenn man so möchte, weil sie Spielern die Gelegenheit zu einer Reaktion wie einer Ausweichbewegung oder einem weiteren Angriff geben sollen.

Nach knapp 24 Stunden hatten über 200 User das Video auf Reddit kommentiert, während auf Neogaf und in den offiziellen Foren von For Honor weitere Threads eröffnet wurden. Eine riesige Diskussion entbrannte und dauert bis zu diesem Moment an. Sie dreht sich um die Frage, ob die gezeigten Effekte wirklich die ominösen Mood Effects zeigen oder doch nur aus dem Bildbearbeitungsprogramm von Malkavia stammen.

Um die Antwort darauf zu finden, kontaktierte ich zunächst Stephan Freundorfer, der für GamePro und GameStar Ende des vergangenen Jahres die Entwickler besuchen und selbst den damals aktuellen Entwicklungsstand von For Honor ausprobieren konnte. Er bestätigte mir, dass er keinen einzigen Mood Effect während seiner Spielzeit entdeckt und auch das vor Ort anwesende PR-Team kein Wort über diese Effekte verloren hatte.

Auch wenn sich For Honor hier und da Freiheiten herausnimmt, ist der allgemeine Ton des Spiels doch auf historische Authentizität getrimmt - abgesehen von den Mood Effects.Auch wenn sich For Honor hier und da Freiheiten herausnimmt, ist der allgemeine Ton des Spiels doch auf historische Authentizität getrimmt - abgesehen von den Mood Effects.

Ich leitete das Video an die deutsche PR-Abteilung von Ubisoft weiter und bat um eine Verifizierung der Effekte, die der User Malkavia sichtbar gemacht hatte. Leider war hier niemand zu einem Kommentar bereit. Allerdings versprach mir ein PR-Mitarbeiter, dass er das Video an die Hauptgeschäftsstelle von Ubisoft in Frankreich weiterleiten würde. Falls ich von dort noch eine Stellungnahme oder Kommentar erhalten sollte, werde ich ihn an dieser Stelle einfügen.

Damit war ich also erst einmal in eine Sackgasse geraten und noch immer genauso schlau wie die rätselnde Community, die sich noch immer »fake« und »nicht fake« an den Kopf wirft. Vor allem auf Reddit versuchen die vielen Fans derzeit, die Aufmerksamkeit der dort regelmäßig kommentierenden Ubisoft-Mitarbeiter zu erregen, um auf diesem Weg an ein Statement zu gelangen - bisher ohne Erfolg.

Mittlerweile konnte ich allerdings Kontakt zu Malkavia herstellen, der mir als Beweis für die Echtheit der von ihm sichtbar gemachten Mood Effects einen Screenshots des Ordners überließ, in denen die entsprechenden Dateien zu finden sind.

For Honor - Mood Effects For Honor - Mood Effects

Offenbar werden die Mood Effects also tatsächlich ein nicht übersehbarer Bestandteil des Spiels sein - allerdings auch in dieser so farbenfrohen Form, wie sie das Video von Malkavia zeigt?

»Vermutlich nicht«, mutmaßt er in unserem Gespräch. »Der User HideoshiKaze [ein Moderator des For Honor-Threads seit der ersten Stunde] weiß von einem Ubisoft-Mitarbeiter, der meinte, dass diese Mood Effect-Dateien eigentlich noch gar nicht in der Beta vorkommen sollten und in der Form, wie wir sie zu Gesicht bekamen, noch nicht final sind

Ob diese Angaben stimmen und ob HideoshiKaze wirklich entsprechende Kontakte zum Entwicklerteam hat, kann ich derzeit weder bestätigen noch widerlegen. Es erscheint aber durchaus möglich, dass Malkavias Video tatsächlich eine zumindest frühe Version der Mood Effects zeigt.

Malkavia hat die Community damit zwar nicht, wie von manchen Spielern erhofft, an der Nase herumgeführt. Doch sorgt seine Entdeckung neben der überschwänglichen Euphorie für die ersten ernsthaften Zweifel an den Plänen, die Ubisoft für For Honor hegen könnte und bisher noch immer nicht offiziell enthüllt hat.

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