Frankreich stoppt Internetsperren - »Three Strikes« am Ende

Frankreich stoppt das umstrittene Three-Strikes-Modell, das bei wiederholten Urheberrechtsverletzungen Internetsperren bei privaten Nutzern vorsah.

von Dennis Ziesecke,
10.07.2013 19:20 Uhr

HadopiHadopi

Internetsperren haben sich in Frankreich nicht als Erfolgsmodell im Kampf gegen illegale Kopien erwiesen. Per Dekret stoppt die französische Regierung ab sofort das umstrittene Three-Strikes-Gesetz. Dieses sah Internetsperren vor, wenn ein Nutzer das dritte mal beim illegalen Herunterladen von Filmen, Musik oder Spielen erwischt worden war.

Bestehen bleibt ein Warnhinweis-Modell, allerdings ohne die Konsequenz der Internetsperre. Maximal sieht Frankreich nun Geldstrafen in Höhe von bis zu 3000 Euro im Wiederholungsfalle vor. Kommerziell tätige Anbieter von illegalen Kopien werden aber weiterhin auch mit Internetsperren rechnen müssen, die nun vorgenommene Änderung betrifft nur private Nutzer.

Obwohl die französische Anti-Piraterie-Behörde Hadopi in den letzten drei Jahren mehr als 1,2 Millionen Nutzer wegen illegaler Kopien angeschrieben hat, dauerte es bis Mitte Juni 2013, bis der erste Nutzer die dritte Abmahnung und damit eine Websperre (von 15 Tagen) sowie eine Geldstrafe bekam. Weiterhin meldet die Behörde drei abgeschlossene Gerichtsverfahren in den vergangenen drei Jahren, bei denen es zu einer Geldstrafe in Höhe von 150 Euro, einem Freispruch und einer richterlichen Verwarnung kam.

Angesichts eines Jahresetats von 12 Millionen Euro eine eher bescheidene Ausbeute im Kampf gegen illegale Kopien. Die Behörde möchte sich nun auf den Kampf gegen kommerzielle Internetpiraterie konzentrieren.


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