G-Force: Agenten mit Biss - Meerschweinchen in 3D

NVIDIA: Der Film? Nein, der neue Streifen aus dem Hause Bruckheimer ("Bad Boys", "Armageddon") hat nichts mit Grafikkarten zu tun, sondern mit digital animierten Meerschweinchen in 3D. Ob sich das im Kino lohnt, erfahren Sie in unserer Kritik zum Film.

von Christian Mester,
16.10.2009 15:44 Uhr

3D steht wohl kurz davor, sich als das neue Gimmick für Kinos zu etablieren. Der Effekt des neuen Verfahrens ist – wie viele von Ihnen vielleicht schon feststellen konnten - wirklich beeindruckend und funktioniert offenbar am besten, je mehr von dem Gezeigten im Computer entsteht.

G-Force: Agenten mit Biss stimmt deshalb neugierig, da sich der Streifen als eine Mischung aus Realfilm und Animation versteht und versucht, die Stärken beider Seiten zu vereinen. Der Haken? Der Film an sich sieht zweifellos nach plattem Kinderfilm aus. Und wie das leider meist bei Titeln dieser Art ist, könnte er dadurch recht albern ausgefallen sein. Dass das nicht immer so sein muss, bewies uns Pixar zuletzt mit Filmen wie "Die Unglaublichen", "Wall-E: Der Letzte räumt die Erde auf" und "Ratatouille", die neben niedlichen Figuren und zahmer Action jede Menge doppeldeutige Witze und angenehm wenig albernen Kinderquatsch beinhalteten. Ob G-Force es gleich tun kann, oder doch der nächste "Alvin und die Chipmunks" ist?

Copyright: Walt DisneyCopyright: Walt Disney

Fakt ist, dass die Meerschweinchen im Film kein einziges Mal anfangen zu singen, sondern dank Blockbuster-Produzent Jerry Bruckheimer (bringt nächstes Jahr die Spiele-Verfilmung "Prince of Persia: The Sands of Time" ins Kino) auf spektakuläre Action alá "Mission Impossible" setzen. Was also haben Ethan Hunts behaarte Nachmacher so drauf?

Meerschweinchen Impossible

Copyright: Walt DisneyCopyright: Walt Disney

Darwin ist ein sprechendes Meerschweinchen und zusammen mit Artgenossen Teil eines geheimen Regierungsexperiments. Die Guinea Pig Force, kurz G-Force, ist eine experimentelle US-Spionage-Einheit, die dank übernatürlicher Intelligenz in der Lage ist, sich mit uns Menschen zu unterhalten. Auf Grund ihrer Größe und eines speziellen Trainings eignen sich die Nager hervorragend für Einsätze alá Splinter Cell, was sie zu Beginn des Films auch beeindruckend unter Beweis stellen. Ihr gefährlicher Einsatz glückt - da er allerdings nicht offiziell genehmigt war, beschließen ihre Vorgesetzen, die Einheit aufzulösen.

Darwins Herrchen (Zach Galifianakis, der schräge Kerl aus Hangover) wird folglich entlassen und das Spezialteam landet im Zoogeschäft. Ein machthungriger Industriemagnat (Bill Nighy) plant derweil Schlimmes, weswegen die G-Force sich gezwungen sieht, die Welt auf eigener Pfote zu retten…

Übertaktet

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Schon der Einstieg in die Geschichte ist überaus gelungen. G-Force beginnt äußerst actionreich und geht galant darüber hinweg, dass der Einsatz von Meerschweinchen als Hauptdarsteller eigentlich konzeptionell lachhaft ist. Darwin und seine Freunde sind so lebhaft und überzeugend animiert, dass man erstaunt ist, wie gut sie letztendlich gemacht sind. Ohne Zweifel kann man sie mit dem exzellent gemachten Remy aus "Ratatouille" vergleichen. Dieser war seines Zeichens noch Hauptdarsteller in einem völlig animierten Film unterwegs war und hatte es wesentlich einfacher, in seine Umgebung einzutauchen. Um die Tiere der G-Force noch besser zu integrieren, bedient sich der Film einiger Tricks. Denn obwohl es anfangs nicht den Anschein macht, gibt es viele animierte Örtlichkeiten. Die meisten Actionszenen stammen fast komplett aus dem Rechner, was man geschickt mit Realszenen verknüpfen konnte.

Daraus resultiert der sehr gut zur Geltung kommende 3D-Effekt. Die kleinen Nager wirken so plastisch, dass man sie scheinbar anfassen kann. Selbst die actionreicheren Momente erhalten eine Tiefe, die sich sehen lassen kann.

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Darwin und sein Team selbst sind recht sympathisch umgesetzt, auch wenn jeder einzelne von ihnen ein laufendes Klischee bedient: ein Anführer, ein Draufgänger, ein Schüchterner, ein Dicker, das Mädchen. Die Figuren sind nicht ganz so plump, wie man es aus anderen vergleichbaren Filmen kennt. Kleines Highlight ist ein dreister Hamster, den sie im Zoogeschäft kennen lernen und der mit seiner quirligen Art für zahlreiche Lacher sorgt.

Winterschlaf

Der Humor ist allerdings das maßgebendste Problem - dieser fällt deutlich ab. Während der Film optisch überzeugt, sind die Witze größtenteils schrecklich platt. Spätestens, wenn ein dickes Meerschweinchen anfängt zu furzen, sinkt man peinlich berührt im Sessel hinab. Wieso der Film manches Mal auf Kleinkind-Niveau abdriftet, bleibt fraglich. Kinder dürften schon alleine durch die Anwesenheit sprechender Meerschweinchen völlig begeistert sein. Nur Erwachsene vergrault man damit eher.

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Die Story an sich kann bei weitem nicht mit den Filmen Pixars mithalten, selbst wenn Sie mit unzähligen Details und Andeutungen gespickt sind. Ähnlich wie bei "Madagascar" und "Tierisch wild" reduziert sich alles auf einfache Figuren und Action. Letztere fällt zwar gut aus, beginnt sich aber nach vierzig Minuten zu wiederholen. Herzliche Szenen vermisst man im Vergleich zu alten Disneystreifen völlig. Recht nervig ist der Soundtrack, der trotz Musik von Lady Gaga und den Black Eyed Peas eher störend wirkt.

Fazit

Christian Mester (bereitsgesehen.de): »G-Force lohnt sich nur in 3D, da er abseits der Action und Effekte nicht viel zu bieten hat. Vielleicht wäre ein Film über NVIDIAs Grafikkarten tatsächlich besser geworden.

Kinokritik in Kooperation mit bereitsgesehen.de.


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