G2A-Kontroverse - TinyBuild-CEO fordert Ausschluss von Industrie-Veranstaltungen

Im Rahmen der G2A-Kontroverse fordert der TinyBuild-CEO Alex Nichiporchik einen Ausschluss von Industrie-Veranstaltungen.

von Tobias Ritter,
18.04.2017 13:22 Uhr

Der CEO des Indie-Entwicklers TinyBuild schaltet sich in die Kontroverse um Gearbox und G2A ein. Seine Forderung: Firmen wie G2A dürfe keine öffentliche Plattform mehr geboten werden.Der CEO des Indie-Entwicklers TinyBuild schaltet sich in die Kontroverse um Gearbox und G2A ein. Seine Forderung: Firmen wie G2A dürfe keine öffentliche Plattform mehr geboten werden.

Die Kontroverse um die reichlich missglückte Zusammenarbeit zwischen Gearbox und G2A wirft vor allem eine Frage auf: Wie konnte es überhaupt zur öffentlichkeitswirksamen Schlammschlacht der beiden Unternehmen kommen?

Auch Alex Nichiporchik vom Indie-Entwickler TinyBuild hat sich diese Frage gestellt. In einem Blog-Eintrag schiebt er einen Teil der Schuld den Veranstaltern von Branchen-Konferenzen wie der der jüngst in Kroatien abgehaltenen Reboot-Develop-Konferenz zu.

G2A-Repräsentat unter den Sprechern

Einer der Namen auf der Sprecherliste fiel ihm nämlich sofort ins Auge: Marius Mirek, der Senior Account Manager von G2A. Mit ihm geriet Nichiporchik bereits während eines Panels auf der GDC 2016 aneinander, als es um den Verkauf angeblich illegal erworbener oder gestohlener Game-Keys von TinyBuild über die Keyplattform von G2A ging.

Diese beiden Beispiele für öffentliche G2A-Auftritte auf Branchen-Veranstaltungen sind für Nichiporchik dann auch gleich das Problem. Wer in einem Atemzug mit respektierten Unternehmen wie CD Projekt, Apple, 343 und Obsidian genannt werde und offiziell als Sprecher eines Panels auftreten dürfe, werde eben häufig selbst als seriös angesehen.

"Man stelle sich vor, ich wäre ein Industriemanager. Die Chancen stehen gut, dass ich sehr beschäftigt damit bin, mein Business am Laufen zu halten und keine Zeit dafür habe, das ganze Industrie-Drama über digitale Marktplätze zu verfolgen. Dann sehe ich einen solchen Marktplatz [auf einer Veranstaltung] neben respektablen Unternehmen positioniert. Und wenn sich ein mir unbekanntes Unternehmen zwischen all diesen seriösen Sprechern aufhält, gibt es für mich doch keinen Grund daran zu zweifeln, eine Geschäftsbeziehung zu ihm aufzubauen. "

Nichiporchik glaubt, dass die Kooperation zwischen G2A und Gearbox ursprünglich auf eben diesem Weg zustande gekommen ist. Seine Lösung: Branchen-Konferenzen als »Gesicht der Spiele-Industrie« müssten Verantwortung übernehmen und dafür sorgen, dass Unternehmen wie G2A keine Plattform geboten werde.

Nur so könne man Situationen wie jene mit Gearbox und G2A in Zukunft vermeiden, ist sich Nichiporchik sicher.

Im Falle von Gearbox trifft das aber vielleicht nicht ganz zu: Die Zusammenarbeit hatte das Entwicklerstudio People Can Fly (PCF) initiiert. Der Gearbox-CEO Randy Pitchford kannte G2A eigenen Angaben zufolge noch nicht einmal, bevor die öffentliche Empörung einsetzte.

Das Schlüsselproblem: Wie G2A und andere Keyseller die Spieleindustrie verändern


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