Game of Thrones - Auch Obsidian wollte kein Spiel zum Buch machen

Electronic Arts hat den Rollenspiel-Spezialisten von Obsidian Entertainment vor langer Zeit eine Spielumsetzung der Buch-Vorlage zu Game of Theones angeboten. Das Studio lehnte ab.

von Tobias Ritter,
31.08.2017 10:55 Uhr

Bei Obsidian Entertainment war offenbar einmal ein Rollenspiel auf Basis von Das Lied von Eis und Feuer im Gespräch. Bei Obsidian Entertainment war offenbar einmal ein Rollenspiel auf Basis von Das Lied von Eis und Feuer im Gespräch.

Game of Thrones prägt seit Jahren die Popkultur wie kaum ein anderes Fantasy-Franchise zuvor. Kein Wunder, dass es immer wieder auch Gerüchte und Spekulationen über eine Spielumsetzung des beliebten Stoffes gibt. Zuletzt kursierten etwa vermeintliche Hinweise auf ein Game of Thrones von den Skyrim-Machern.

Sehr viel näher dran gewesen zu sein scheint vor ein paar Jahren allerdings Obsidian Entertainment. Der Entwickler von unter anderem Fallout: New Vegas, Star Wars: Knights of the Old Republic 2, South Park: The Stick of Truth und Pillars of Eternity erhielt eigenen Aussagen zufolge 2005 das Angebot von Electronic Arts, ein Spiel auf Basis der Buchvolage von George R. R. Martin zu entwickeln.

Kein Eis und Feuer für Obsidian

Das Ende vom Lied hatte dann jedoch nichts mit Eis und Feuer zu tun: Das Entwicklerstudio lehnte schlicht ab. Wie der Studio-Mitgründer und CEO Feargus Urquhart jüngst gegenüber Eurogamer erklärte, gab es dafür auch einen einfachen Grund. Man hielt den Stoff für nicht geeignet, um daraus ein adäquates Rollenspiel zu machen.

"Mein Verständnis der Marke war damals, dass sich alles um politische Intrigen drehen würde und dass die Identifikation der Leute mit der Marke alleine über all die Charaktere liefe - das ist die Art, wie die Bücher geschrieben sind, jedes Kapitel handelt von einer Person und was mit ihr passiert. "

Abgeschreckt zu haben scheint Urquhart dabei insbesondere das Fehlen tatsächlich magisch begabter Protagonisten - für ihn wohl essentielle Bausteine eines Rollenspiels:

"Anders, als die sonderbaren Dinge, die hinter der Mauer vor sich gehen, den Drachen sowie kleineren Hinweisen auf Magie und Fantasy, gibt es keine magisch Begabten. Es gibt keine Kleriker, keine Diebe. Im Grunde gibt es nur Typen mit Schwertern und Rüstung und ein bisschen Mystik. Aber innerhalb des Kernlandes [den Sieben Königreichen] gibt es keine Goblins, keine Kobolde..."

Wahl des Spiel-Protagonisten problematisch

Grundsätzliches Problem sei also schon einmal, dass man die Spieler lediglich einen normalen Krieger, Kämpfer oder Söldner spielen lassen könne. Denn, wie Obsidians Entwickler-Chef Chris Parker hinzufügte, auch die bedeutenden Charaktere der Fantasy-Welt könne man nicht einfach durch einen Spieler steuern lassen. Selbst eine simple Konversation sei nicht ohne weiteres möglich, da alles bereits bis ins kleinste Detail in den Büchern beschrieben werde.

"Das einzige, was wir hätten machen können, wäre die Art gewesen, auf die es BioWare bei Knights of the Old Republic gemacht hat. Sie sagten sich, die Episoden 1-6 sind unantastbar, also gehen wir einfach weit in der Zeit zurück. [...] Das hätten wir also machen können."

Falsches Genre für Obsidian

Letztlich scheiterten die Überlegungen dann jedoch an der Genre-Frage. Während Obsidian Entertainment sich mehr und mehr auf Open-World-Rollenspiele fokussierte, in denen die Spieler eine wichtige Rolle spielen sollten, empfanden sie den Game-of-Thrones-Stoff mit seinen vielen Intrigen und Fraktionen eher passend für ein Echtzeitstrategiespiel.

Ein Genre, mit dem man sich bei Obsidian nun so gar nicht auskannte.

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