GameStar-Podcast - Plus-Folge 13: Politik in Spielen - Weniger Democracy wagen

Warum gibt es keine gute Politiksimulation - und wie müsste sie aussehen? Michael Graf und Stargast Christian Schiffer entwerfen im GameStar-Podcast das ideale Politikspiel.

von Michael Graf,
19.08.2017 08:00 Uhr

Wie sähe für uns die ideale Politiksimulation aus? Ein bisschen wie Tropico. Zumindest zum Teil.Wie sähe für uns die ideale Politiksimulation aus? Ein bisschen wie Tropico. Zumindest zum Teil.

Sie haben uns ganz schön mitgenommen, die harten Diskussionen um Sinn und Unsinn von Schwierigkeitsgraden oder den schleichenden Tod des Rollenspiel-Genres. Deshalb widmet sich der GameStar-Podcast diesmal ausnahmsweise einem leichten, wenig kontroversen Thema: der Politik in Spielen. Bevor nun jemand wutschnaubend in die Kommentartasten haut: Es soll nur am Rande darum gehen, ob Spiele reale politische Problemfelder thematisieren sollten oder nicht - das diskutieren weiter unten ja schon Michael Obermeier und Ron Gilbert.

Im Podcast sprechen Michael Graf und sein Gast Christian Schiffer – freier Journalist, Civilization-Spieler, Politikwissenschaftler und Herausgeber des famosen WASD-Magazins – hauptsächlich über Politiksysteme in Spielen. So treibt uns vor allem eine Frage um: Warum gibt es keine wirklich gute Politiksimulation?

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Okay, Spiele wie Democracy 3 bemühen sich, unterschiedliche Interessengruppen abzubilden; Paradox-Titel wie Stellaris und Europa Universalis 4 haben mehr oder minder komplexe Politiksysteme, und auch die Civilization-Serie bemüht sich mit jedem Serienteil, Politik und Regierungswechsel etwas facettenreicher darzustellen. Oder auch mal weniger facettenreich. Aber all das wird unserem hochnäsigen Anspruch an Politiksysteme nicht gerecht.

Democracy 3 simuliert unterschiedlichste Interessengruppen, hat aber einen entscheidenden Makel.Democracy 3 simuliert unterschiedlichste Interessengruppen, hat aber einen entscheidenden Makel.

Oder ... brauchen wir am Ende gar keine Politik, weil wir (in Spielen) doch sowieso alle Alleinherrscher sein und alles selbst bestimmen wollen, um uns schön mächtig zu fühlen? Eine zentrale Erfahrung, die selbst der mächtigste Politiker irgendwann machen muss, ist schließlich die der Machtlosigkeit: Man kann in der echten Welt niemals alles lenken und bestimmen. Wollen wir das in einem Spiel erleben?

Christian und Michael antworten mit einem klaren »Jein« und entwerfen in Gedanken eine Politiksimulation, die nicht langweilt und das politische Personen- und Beziehungsgeflecht dennoch realistisch darstellt. Ja, inklusive Wolfgang Bosbach und Beatrix von Storch. Für uns interessanterweise am nächsten an diesem Ideal dran ist die Tropico-Serie – zumindest in einem wichtigsten Aspekt. Wieso ausgerechnet das Bananenrepublik-Aufbauspiel? Wir erklären's im Podcast!

Außerdem wagt Michael ein Experiment und führt beim Sprechen nebenher einen Browserspiel-Staat! Ob in ein goldenes Zeitalter oder die absolute Apathie - nun, das sollen nachfolgende Generationen entscheiden.

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