GDC: Final Fantasy 11 gespielt

von Jörg Langer,
07.03.2003 23:10 Uhr

Am Nvidia-Stand auf der GDC 2003 versuchte uns Squares "Technology and Service Manager" Dylan Rhoads weiszumachen, für Final Fantasy 11 brauche man eine Geforce-Karte. Abgesehen davon enpuppte er sich allerdings als kompetener Gesprächspartner, der uns über die Sprachhürden (Japanisch!) der gezeigten Windows-XP-Version half. Die ruhmreiche Rollenspiel-Serie (aktueller Teil: Final Fantasy 10, PS2, ein Nachfolger "10/B" ist zurzeit in Arbeit) war bislang immer ein Solovergnügen, das in wechselnden Szenarios auf umfangreiche Stories und bombastische Zwischensequenzen setzt. Für PC erschienen bislang nur FF 7 und FF 8, jeweils recht lieblos umgesetzt. Mit Final Fantasy 11 stehen gleich drei große Neuerungen an: 1. ist es ein waschechtes Online-Rollenspiel à la Dark Age of Camelot, 2. ist Square endlich zum handelsüblichen Mittelalter-Szenario zurück gekehrt. Und 3. sieht FF 11 auf dem PC aus, als wäre es nativ dafür programmiert worden. Bislang ist das Spiel nur in Japan erschienen, für PS 2, und hat dort laut Dylan Rhoads bereits mehr als 200.000 zahlende Abonnenten -- das sind Everquest-Maßstäbe.

Final Fantasy 11 mixt so ziemlich alles an Zutaten, was man in (Online-) Rollenspielen finden kann. So streiten Fraktionen, denen die Spieler angehören, um Außenposten (ähnlich Dark Age of Camelot), jeder Charakter kann einen Nebenberuf haben, der allerdings auf den halben Levelwert des Hauptjobs beschränkt ist (siehe AD&D). Ferner gibt es diverse Komfortmerkmale neuerer Rollenspiele und eine starke Prise Final Fantasy -- dazu gehören die Vogel-Reittiere Chokobos sowie die putzige Regel, dass Diebe immer nur mit krallenbewehrten Handschuhen kämpfen. FF 11 hat aber auch eigene Ideen, so kann man jederzeit ein überzähliges Item zum Verkauf anbieten, indem man einen Mindestpreis festlegt, und braucht sich nicht weiter drum zu kümmern: Wenn irgendwann ein Interessent den Preis zu zahlen bereit ist, wird der Handel automatisiert abgewickelt.

Die extrem ansehnliche Grafik protzt mit hochauflösenden Texturen, detaillierten Figuren und stimmungsvollen Wettereffekten. Letztere haben nicht nur Atmosphäre-steigernde Zwecke: Wie auch der Tag-Nacht-Wechsel (etwa alle 20 Minuten) bestimmt das Wetter, auf welche Monster man trifft. Außerdem sind z.B. Wasser-basierte Zaubersprüche sehr viel effektiver, wenn es regnet. Im Gegensatz zu allen bisherigen Online-Rollenspiele sollen die von Spielern (in Partys mit bis zu sechs Teilnehmern) gelösten Missionen die Gesamthandlung weitertreiben; außerdem gibt es einen definitiven Super-Ober-Mega-Boss, den man im Laufe der Heldenkarriere töten muss. Das beendet die Handlung, man kann allerdings à la Freelancer trotzdem noch weiterspielen. Final Fantasy 11 wird "noch dieses Jahr" (O-Ton Rhoads) in den USA erscheinen, vermutlich zunächst für PS 2 und kurz darauf für PC. Über europäische Server "denken wir sehr stark nach". Sagt Rhoads.

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