»Geistige Sauce« - Bundesinnenminister gegen Anonymität im Internet

Erneut fordert ein Politiker das Ende der Anonymität im Internet und nutzt dabei die Anschläge in Norwegen als Begründung.

von Georg Wieselsberger,
08.08.2011 16:09 Uhr

Laut n-tv ist Bundesinnenminister Friedrich der Ansicht, dass »politisch motivierte Täter wie Breivik« im Internet viele radikale Thesen finden, sich dabei von Blog zu Blog hangeln und »nur noch in dieser geistigen Sauce« bewegen.

Für Friedrich ist das anonyme Internet sogar die Ursache für eine »neue Form radikalisierter Einzeltäter«, die sich isolieren, in » eine Welt im Netz eintauchen« und sich dort unbemerkt verändern. Diese Ansicht werde ihm wohl » in der Netzgemeinde wüste Beschimpfungen einbringen«, so Friedrich.

Kritik ließ zumindest nicht lange auf sich warten. Für die Piratenpartei greift Friedrich mit seiner Forderung, sich im Internet nur noch mit Klarnamen äußern zu dürfen, einen » Grundpfeiler unserer Demokratie an«, während Dieter Wiefelspütz von der SPD die Vorstellungen von Friedrich als » Ausdruck von Hilflosigkeit« und »unglaublich naiv« bezeichnete, auch wenn sie »menschlich durchaus sympathisch« seien. Das weltweite Netz richte sich aber nicht nach den Ansichten »wohlgesinnter Zeitgenossen«.


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