Geoblocking im Internet - EU-Kommission will gegen geografische Sperren vorgehen

Der EU-Kommission sind Internetinhalte, die sich nur von bestimmten Ländern aus abrufen lassen, ein Dorn im Auge.

von Georg Wieselsberger,
26.03.2015 09:38 Uhr

Die EU will gegen Geoblocking im Internet vorgehen.Die EU will gegen Geoblocking im Internet vorgehen.

Für viele Internetnutzer ist es ein Ärgernis, wenn sie bestimmte Inhalte, die sie beispielsweise in Deutschland bezahlt haben, dann bei einem Aufenthalt in anderen Ländern nicht abrufen können. Auch die Tatsache, dass manche Inhalte wie Filme, Musik oder auch Fernsehübertragungen auf bestimmte Länder beschränkt werden und so für viele EU-Bürger nicht verfügbar sind, gehört zu den unbeliebten geografischen Sperren im Internet. Andrus Ansip, früher Ministerpräsident der Republik Estland und nun als Vizepräsident der EU-Kommission für den digitalen Binnenmark zuständig, hat sich zu diesem Thema sehr eindeutig und für einen Politiker erstaunlich klar geäußert. »Ich hasse Geoblocking aus tiefstem Herzen«.

Einschränkungen für Inhalte wie Live-Übertragungen von Sport oder Streams von Filmen und Musik müssten laut Ansip dringend abgeschafft werden. Seine Aussagen sind Teil einer neuen Strategie der EU für den Binnenmarkt. »Schaffen wir all die Zäune und Mauern ab, die uns im Internet den Weg versperren. Die Menschen müssen sich im Netz ebenso frei über Grenzen hinweg bewegen können wie in der Wirklichkeit«, so Ansip.

Zu den Problemen mit geografischen Sperren zählen aber nicht nur Streams, sondern laut der Pressemitteilung der EU auch, dass manche Online-Dienstleistungen »ohne Rechtfertigung« nur in bestimmten EU-Ländern genutzt werden können oder dass eine Umleitung zu einem anderen Angebot mit anderen Preisen erfolgt. »Eine solche Diskriminierung darf es in einem Binnenmarkt nicht geben«. Ausnahmen soll es allerdings geben, wenn bestimmte Angebote wie Online-Casinos in einem Land verboten sind. Auch der Online-Handel und das Urheberrecht sollen für leichteren Zugang aus allen Ländern der EU reformiert werden. Allerdings gibt es noch keine Vorschläge, wie diese Ziele umgesetzt werden sollen. Andrus Ansip hat angekündigt, dass er die Details zum digitalen Binnenmarkt Anfang Mai 2015 vorlegen will.

Quelle: Heise, EU


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