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Geschichte in Spielen - Teil 1: Das spielbare Gestern

Virtuelle Geschichte liegt im Trend. Dank der verbesserten Technik schicken uns Spiele in eine immer glaubwürdigere Vergangenheit. Hinter der authentischen Fassade schneiden sich die Entwickler die historischen Gegebenheiten aber oft zurecht.

von Michael Graf, Denis Gießler,
16.10.2017 08:00 Uhr

Fremde Epochen zu erleben, in Geschichte einzutauchen, das reizte Menschen schon immer. Bereits im späten Mittelalter ließen Ritterromane ihre Leser Ruhmestaten nacherleben. Dass die oft erfunden waren und das eher unspektakuläre Ritterleben zum abenteuerlichen Heldendasein verklärten - halb so wild, wusste ja keiner.

Seinen Boom erlebte das Vergangene dann im 19. Jahrhundert, es wurde Forschungsdisziplin und politisches Werkzeug. Das deutsche Kaiserreich etwa führte seine Wurzeln auf die Germanen zurück, die 9 n. Chr. in der Varusschlacht die Römer besiegt hatten. Dass »die Germanen« nach heutigen Erkenntnissen gar kein einheitliches Volk waren, sondern mehrere separate Kulturen, die mit den heutigen Deutschen so viel zu tun hatten wie die Dinosaurier mit den heutigen Kanarienvögeln - halb so wild, wusste ja keiner.

Zeitgleich entführten immer mehr Romane und Museen, Theaterstücke und Opern die Menschen ins Gestern. Anfang des 20. Jahrhunderts folgte der Historienfilm, doch erst das Computerspiel lässt uns nun Geschichte hautnah erleben - und sogar verändern! Dass Spiele historische Begebenheiten teils verzerren - halb so wild, weiß ja … Moment! Dank der besseren Technik wirken geschichtliche Inhalte zwar immer glaubwürdiger, das muss aber nicht heißen, dass sie auch der Wahrheit entsprechen. Wir prüfen nach, wie historisch korrekt Spiele überhaupt sein können.

Geschichte in Spielen, Teil 2
Im zweiten Teil unseres Reports betrachten wir näher, was man denn nun aus Spielen über Geschichte lernen kann - und warum das Gelernte nicht immer gut ist.

Die Varusschlacht im Teutoburger Wald gibt's auch als historisches Gefecht in Total War: Rome 2.Die Varusschlacht im Teutoburger Wald gibt's auch als historisches Gefecht in Total War: Rome 2.

Geschichte verkauft sich

Ein Blick auf die Verkaufszahlen verrät: Historische Szenarien sind beliebt! Seit 2007 hat Ubisoft über 100 Millionen Exemplare seiner Assassin's Creed-Reihe unters Spielervolk gebracht. Rome 2 verkaufte sich laut Steamspy rund 2,7 Millionen Mal, Civilization 5 sogar 10,9 Millionen Mal.

Als wir fast 4.000 Leser befragten, welche Spieleserie ihnen bei historischen Szenarien zuerst einfällt, landete neben Total War, Assassin's Creed und Weltkriegs-Shootern à la Medal of Honor auch Age of Empires im Spitzenfeld. Kein Wunder, die Strategieserie fand insgesamt fast 30 Millionen Abnehmer.

Als »historisches« Lieblingsgenre kristallisieren sich die Strategiespiele heraus (38 Prozent), gefolgt von Rollenspielen mit 25 Prozent und Adventures mit 12 Prozent. Am schwächsten schneiden die Shooter ab, nur sieben Prozent der Teilnehmer sehen Altes am liebsten aus der Ego-Perspektive.