Ghost Recon: Wildlands - Beta-Feedback durchwachsen, Fans fordern späteren Release

Der vergangene Beta-Test zu Ghost Recon: Wildlands hat reichlich Kritik am aktuellen Zustand des Spiels nach sich gezogen. Einige Probleme sind auf den aktuellen Beta-Zustand zu schieben - andere wiegen jedoch offenbar schwerer.

von Tobias Ritter,
06.02.2017 11:32 Uhr

Ghost Recon: Wildlands - Video-Fazit: Nichts für Solo-Spieler? 8:09 Ghost Recon: Wildlands - Video-Fazit: Nichts für Solo-Spieler?

Zwei Beta-Tests, zwei völlig unterschiedliche Erfahrungen: Während For Honor bei vielen Spielern zumindest leichte Begeisterung und Euphorie hervorrief, fällt das Feedback zum vergangenen Beta-Wochenende von Ghost Recon: Wildlands äußerst durchwachsen aus.

Grund für die schlechte Stimmung in der Community ist der aktuelle Zustand des Spiels bei der nur noch geringen Zeit bis zu dessen geplanter Veröffentlichung. Viele Spieler halten die nur noch vier Wochen bis zum Release-Termin am 7. März 2017 für deutlich zu wenig, um aus Ghost Recon: Wildlands das Spiel zu machen, das sie sich seit Monaten erhofft haben.

Die häufigste Kritik an der Wildlands-Beta

Wo Dinge wie die schlechte Spielperformance auf dem PC noch zu den vermutlich am einfachsten zu behebenden Problemen gehören, sind andere Kritikpunkte drastischer. Moniert werden nämlich vor allem einige essentielle Gameplay-Mechaniken:

  • die schwammige und schwergängige Steuerung der Vehikel im Spiel erweist sich insbesondere deshalb als problematisch, da die motorisierten Fortbewegungsmittel in der vergleichsweise großen Spielwelt ein wichtiger Bestandteil des Spielgeschehens sind.
  • die Spielwelt wird von vielen Spielern als zu groß, zu leer und zu unglaubwürdig beschrieben. Dazu würden auch die nicht gerade authentisch wirkenden KI-Bewohner beitragen.
  • das Verhalten der Künstlichen Intelligenz ist sowohl im eigenen Team als auch bei den Gegnern nur selten nachzuvollziehen. Das resultiert in einem unberechenbaren Schwierigkeitsgrad, der jedoch häufig hinter den (taktischen) Erwartungen zurückbleibt.
  • das verdeckte Vorgehen im Stealth-Modus ist ein wichtiger Teil der Ghost-Recon-Marke und wurde auch im Vorfeld von Ghost Recon: Wildlands als mögliche Option im Spiel angepriesen. Die Option gibt es zwar auch weiterhin - Belohnungen für taktisches Vorgehen sind den Testern zufolge jedoch nicht vorhanden und rabiate Action ist in der Regel zielführender.
  • nach den Hauptmissionen bleibt Spielern nur noch deren Wiederholung oder das Grinding simpler Nebenmissionen als Beschäftigung.

Anspruchslose Schusswechsel und das als zu undurchsichtig empfundene Health-System sind weitere Kritikpunkte.

Einige Kritiker gehen mit Ubisoft äußerst hart ins Gereicht und werfen dem Entwickler vor, die mit The Division gemachten Fehler auch bei Ghost Recon: Wildlands zu wiederholen. Teilweise ist der Ton in den Closed-Beta-Foren und auch auf Reddit äußerst rau.

Release-Verschiebung gefordert

Es gibt allerdings auch wohlwollende Stimmen, die das Potenzial das Konzepts loben und sich mehr Zeit für das Entwicklerteam wünschen. Verkehrte Welt: Statt, wie häufig üblich, eine mögliche Release-Verschiebung zu verdammen, wünschen sich viele Fans jetzt sogar eine spätere Veröffentlichung.

Einige andere Beta-Tester sprechen hingegen von zu überzogenen Erwartungen an Ghost Recon: Wildlands. Der Hype innerhalb der Community seit mittlerweile so ausgeartet, dass viele Spieler das perfekte Spiel erwarten würden. Wenn dann am Ende nur eine 7 oder 8 auf der bis 10 reichenden Richterskala stehe, würden einige regelrecht an die Decke gehen, heißt es.

Ghost Recon: Wildlands sei zwar kein perfektes Spiel, biete aber dennoch großartige Erfahrungen, so die eher wohlwollend eingestellte Fraktion der Tester.

Ubisoft beschwichtigt

Es bleibt abzuwarten, wie Ubisoft auf die überwiegend negative und pessimistische Stimmung reagiert. Den Kampf gegen die Windmühlen bei Reddit nahm bisher lediglich Ubisofts Community-Managerin Carrie Bland auf. Unter dem Nicknamen UbiKeeba wurde sie nicht müde zu versichern, dass die Beta-Version nicht das fertige Produkt repräsentiere.

Außerdem arbeite das Entwicklerteam natürlich weiterhin hart daran, weitere Verbesserungen und Optimierungen an Ghost Recon: Wildlands vorzunehmen, bevor es veröffentlicht werde. Gut möglich, dass damit zumindest das Vehikel-Verhalten und die Künstliche Intelligenz gemeint sind.

Bezüglich des taktischen Vorgehens zeigte sich Bland jedoch nur wenig einsichtig. Letztlich liege es an den Spielern, wie taktisch das Spiel sei.

"Man sollte außerdem bedenken, dass das Beta-Areal lediglich eine Level-1-Schwierigkeit bietet. Es gibt andere Regionen, die sehr viel schwieriger sind. Und das Spiel belohnt seine Spieler durchaus dafür, so taktisch wie möglich vorzugehen."

In den kommenden Wochen werde man weitere Informationen und Details zu Ghost Recon: Wildlands preisgeben, so Bland weiter. Dann würden sich auch einige Kritikpunkte von selbst aufklären, ist sich die Community-Managerin sicher.

Weitere Beta-Tests geplant

Bis zum Release von Ghost Recon: Wildlands wird es übrigens noch mindestens einen weiteren Beta-Test geben. Vor einigen Wochen teilte Ubisoft jedenfalls mit, mehrere Testläufe im Vorfeld der Veröffentlichung des finalen Spiels abzuhalten. Weitere Termine stehen allerdings noch nicht fest.

Behält man das Beta-Konzept von For Honor und Rainbow Six: Siege bei, dürfte jedoch mindestens mit einer Open-Beta kurz vor der Veröffentlichung zu rechnen sein.

Ghost Recon: Wildlands erscheint nach bisherigem Stand am 7. März 2017 für den PC, die Xbox One und die PlayStation 4.

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