Global Agenda - Angespielt: Online-Ballerei mit Rollenspiel-Elementen

Wir haben die Verkaufsversion von Global Agenda ausprobiert und ziehen ein erstes Fazit zum Multiplayer-Actionspiel.

von Michael Graf,
01.04.2010 17:12 Uhr

Der Entwickler Hi-Rez Studios nennt Global Agenda ein »Action-MMO«, wir nennen's »Multiplayer-Actionspiel«. Genauer gesagt »mäßiges Multiplayer-Actionspiel«. Denn wir haben die 30 Euro teure Steam-Verkaufsversion von Global Agenda angespielt und dabei nicht gerade Jubelschreie ausgestoßen. Nicht eimal ganz leise. Die grundlegende Spielidee ist allerdings gar nicht schlecht: Mit einem von vier Soldatentypen stürzen wir uns in Online-Schlachten, um Geld und Erfahrung zu verdienen. Mit Moneten kaufen wir Rüstungen und Upgrades, bei Levelaufstiegen schalten wir nach und nach zusätzliche Waffentypen frei. Jede Klasse hat individuelle Fähigkeiten.

  • Der Assault ist dick gepanzert und setzt die durchschlagskräftigsten Nah- und Fernkampf-Waffen ein.
  • Der Recon dient als Scharfschütze oder macht sich unsichtbar und stößt Feinden sein Schwert in den Rücken.
  • Der Medic heilt und schützt seine Kameraden (was auch sonst?).
  • Der Robotics stellt als Ingenieur Geschütztürme sowie Energiebarrieren auf und lenkt ferngesteuerte Drohnen.

So bestreiten wir zu Beginn außerordentlich langweilige Koop-Kämpfe gegen die immer gleichen Gegner (Androiden, noch mehr Androiden, ganz viele Androiden) und in hässlichen Levels. Insbesondere Letzteres überrascht uns etwas, schließlich basiert Global Agenda auf der Unreal Engine 3. Erst ab Stufe 8 dürfen wir in PvP-Missionen gegen Mitspieler antreten, allerdings ebenfalls in drögen Umgebungen. In den ersten fünf Stunden hinterlässt Global Agenda daher trotz der netten Action-Rollenspiel-Melange keinen allzu glanzvollen Eindruck.

Wer zusätzlich zu den 30 Euro Kaufpreis 11 Euro Monatsgebühren für Global Agenda bezahlt, bekommt Zugang zum »Alliance versus Alliance«-Modus, in dem Spielergilden um Weltkarten ringen. In PvP-Schlachten erobern Sie feindliche Landstriche oder verteidigen eigene. Außerdem gibt's Strategie-Elemente, denn die Gilden ernten Rohstoffe, errichten Gebäude und stellen Ausrüstung für ihre Soldaten her, etwa Mini-Atombomben oder lenkbare Vehikel. Gewonnen hat das Bündnis, das zuerst eine »Forge« (ein sehr teures Gebäude) hochzieht. Eine durchaus interessante Idee, nur ... ELF EURO?! PRO MONAT?! Das erscheint uns doch ein sehr stolzer Preis für einen netten PvP-Strategiemodus. Denn »nett« ist bekanntlich die hübschere Schwester von »Braucht kein Mensch«.


Kommentare(11)

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.