Godwars - Browserspiel des Tages - Einmal Gott spielen...

Im elftenTeil unserer Serie "Browserspiel des Tages" widmen wir uns dem Strategiespiel Godwars.

von Gerald Meyer,
10.09.2008 17:00 Uhr

In den kommenden Wochen stellen wir Ihnen jeweils wochentags um 17:00 Uhr Browserspiele vor, die sich auf dem deutschen Markt etabliert haben. Dabei handelt es sich um bekannte und weniger bekannte, gute und weniger gute Browserspiele.

Im elften Teil unserer Serie "Browserspiel des Tages" widmen wir uns dem Strategiespiel Godwars.

Godwars sorgt am Beginn des witzigen Tutorials für einen gelungene Aufbruchsstimmung und lockere Unterhaltung.

Engelchen und Teufelchen

Der possierlich herausgearbeitete Gegenspieler.Der possierlich herausgearbeitete Gegenspieler.

Was der geneigte Spieler allerdings nicht weiß, ist, dass diese Aufbruchsstimmung mitten im Tutorial endet – gerade dann, wenn man es am wenigsten erwartet. Kein wirklich gelungener, geschweige denn genialer Schachzug bzw. Auftakt. Denn hat man sich soeben in die Aufgaben hineingefuchst, heißt es, eine 40-minütiuge Pause einzulegen. Und dieser Punkt zieht sich mit jedem zu bestreitenden Level weiter durch die „Einführung“. Womit die ersten Ausbrüche der Begeisterung auch schon wieder verklungen sind. Dennoch weist Godwars ein gutes, wenn auch kein wirkliches neues Konzept auf. Ihr Alter Ego Gott herrscht über eines von drei Völkern: die Griechen, die Kelten und die Azteken. Diese Völker haben natürliche und übernatürliche Vor- und Nachteile. Zum Einstieg seien die Azteken empfohlen, die zwar die langsamsten Händler haben, dafür aber die höchsten und stabilsten Mauern bauen können und wahre Meister in der Verteidigung sind.

Wer zum Teufel ist Eva?

Am Anfang gibt es nur zwei Menschen, Adam und Eva genannt (wie sinnig). Eva wird zur „Brüterin“ ausgebildet, um Kinder gebären zu können, Adam macht einen auf Bob, den Baumeister. Er errichtet eine Hütte, ein Feld und einen Brunnen. Hat Eva ausreichend geworfen, wird sie zur Wasserträgerin umgeschult. Nach und nach legen sich die Nachkommen mehr und mehr inzestiöse Kinder zu, um alle Bereiche der Wirtschaft abdecken zu können, das Übliche eben: die Kinder werden zu Förstern, Minenarbeitern etc. ausgebildet. Der Knackpunkt an der Geschichte ist, dass alle, die zur Arbeit verdammt werden, mindestens 18 Jahre alt sein müssen. Wo kämen wir denn da hin, wenn Kinderarbeit in Computerspielen propagiert würde? Und das „Erwachsenwerden“ der Arbeitskräfte dauert seine Zeit – für mich persönlich viel zu lange. Auch wenn die ersten zwei Bälger vom Teufelchen gleich auf die „Arbeitsebene“ erhoben werden - was jedoch nur ein Teilerfolg ist, um das nächste Tutorialkapitel beenden zu können. Nachdem mir nach 12 Stunden immer noch 2 Arbeiter gefehlt haben, da die Kinder erschreckend langsam gealtert sind, habe ich ab diesem Moment das Experiment „Godwars“ abgebrochen.

Der Vollständigkeit halber sei noch gesagt, dass später bestimmte Zauber auf die Bevölkerung angewendet werden können, um die Menschen in jeglicher Richtung emotional zu beeinflussen – also Bewunderung oder Angst für ihren Gott zu empfinden. Eine Gesinnungsanzeige ist ins Spiel eingebaut, die von gut, neutral bis böse reicht. Jedoch wird nicht erklärt , inwieweit sich dies auf Ihre Arbeit als Gott und auf der Erde auswirkt. Genretypische Elemente wie das Vergeben und Sammeln von Aktionspunkten sind ebenfalls vorhanden.

Fazit: Leider hat Godwars am Anfang zuviel versprochen und nur wenig gegeben – deshalb tendiere ich eher für das Teufelchen.

Name:

Godwars

Webseite:

Sprache:

Deutsch

Genre:

Strategie / Fantasy

Präsentation:

+++

Zugänglichkeit:

++++

Spielspaß:

+++

Downloadclient:

nein

Premium:

ja

Zeitaufwand:

hoch

Lästerfaktor:

+++

Alle bisher getesteten Browserspiele finden Sie in der Übersicht.

Gerald Meyer, Jahrgang 1975, ist freiberuflicher Autor; zuletzt erschien von ihm Das Abandonware-Lexikon. Meyer war Gründer des "G. Meyer Taschenbuch Verlag", in dem insgesamt 52 Titel erschienen sind, u. a. Klassiker-Neubearbeitungen, vorwiegend jedoch Newcomer aus dem Underground. Er ist Mitglied im Komitee des Kurd-Laßwitz-Preises. Website: www.geraldmeyer.de


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