Google - Betriebssystem Chrome OS (Update)

Google hat überraschend ein eigenes Betriebssystem angekündigt, dass den Titel Google Chrome OS tragen wird. Es soll für die Nutzung des Internets ausgelegt sein, ist aber sowohl für Netbooks als auch Desktop-Rechner gedacht.

von Georg Wieselsberger,
09.07.2009 11:27 Uhr

Google hat im offiziellen Firmen-Blog ein eigenes Betriebssystem namens Google Chrome OS angekündigt. Der Programmcode der Open-Source-Software soll im Laufe des Jahres noch veröffentlicht werden. Google will das Betriebssystem klein, sicher und schnell halten, so dass das Booten bis zum Zugang ins Internet nur wenige Sekunden dauern soll. Unterstützt werden sowohl x86- als auch die besonders stromsparenden ARM-Prozessoren.

Dementsprechend soll Chrome OS ab der zweiten Hälfte des Jahres 2010 auf Netbooks angeboten werden, ist aber auch für Desktop-Systeme gedacht. Das Betriebssystem verwendet den Google-Browser Chrome mit einem Linux-Unterbau und wird getrennt von Android, dem Handy-Betriebssystem, entwickelt. Die Sicherheitsbereiche des Betriebssystems werden komplett neu entwickelt, um den Nutzern nicht nur Viren und Schadsoftware, sondern auch Sicherheitsupdates zu ersparen.

Ein Beweggrund für die Entwicklung von Google Chrome OS sei es gewesen, das Google-Nutzer einfach bessere Computer haben wollen. E-Mail soll sofort genutzt werden können, ohne das dafür auf das Booten des Rechners und Start des Browsers lange gewartet werden muss. Auch sollten PCs nicht im Laufe der Zeit langsamer werden und Daten überall erreichbar sein, ohne sich Gedanken über Backups oder den Verlust des Rechners machen zu müssen.

Stundenlange Konfigurationen beim Einbau neuer Hardware oder ständige Software-Updates sollen auch der Vergangenheit angehören. Je zufriedener die Nutzer seien, umso mehr Zeit würden sie dann auch im Internet verbringen - und dies käme wiederum Google zugute.

Update 09. Juli 2009

Google hat bereits mehrere Partner für sein neues Betriebssystem gefunden und nennt einige in den FAQ zu Chrome OS: Acer, Adobe, ASUS, Freescale, Hewlett-Packard, Lenovo, Qualcomm, Texas Instruments und Toshiba. Von den großen PC-Herstellern fehlt demnach nur Dell.

In den FAQ betont Google auch, das Chrome OS definitiv kostenlos angeboten wird. Die Diskussionen im Web über das Google-Betriebssystem sind uneins darüber, ob es sich um ein Problem oder einen Vorteil für Microsoft handelt, immerhin würde so die Konkurrenz belebt und damit könnte der Druck von Kartellbehörden in Sachen Windows abnehmen. Andere Spekulationen sehen eher andere Linux-Distributionen durch den großen Namen Google gefährdet.

» Lesen Sie auch die Kolumne zum Thema: Das Internet ist nicht genug

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