Google verbietet Windows - Unwirksame Maßnahme? (Update)

Google hat bereits im Januar damit begonnen, die Nutzung von Windows zu verbieten.

von Georg Wieselsberger,
03.06.2010 13:48 Uhr

Auslöser für die Entscheidung von Google waren laut Financial Times die Hackerangriffe auf den Konzern, bei denen intern wohl Windows-Rechner als Ziel gedient hatten.

Neue Angestellte konnten schon seit diesem Zeitpunkt Windows nur noch auf Laptops nutzen, auf Desktop-Rechnern war Windows nicht mehr erlaubt. Inzwischen soll die Nutzung von Windows nur noch mit Zustimmung des höheren Managements möglich sein. Die meisten Google-Angestellten würden inzwischen Mac OS X verwenden, aber auch das Open-Source-Betriebssystem Linux sei erlaubt. Langfristig will Google anscheinend erreichen, dass die hausinternen Rechner mit eigener Software wie Chrome OS ausgestattet werden.

Die Entscheidung gegen Windows sorgte zwar bei einigen Angestellten für Unmut, allerdings wäre dieser noch größer gewesen, hätte Google Mac OS X verboten, so ein Angestellter zu der Zeitung.

Update 02.06.2010

Microsoft hat im offiziellen Windows-Blog auf die Entscheidung von Google reagiert. Brandon LeBlanc weist darauf hin, dass beispielsweise die Yale University eine geplante Umstellung auf Google Mail aufgrund von Sicherheits- und Datenschutzbedenken abgebrochen hat.

Macs seien auch nicht sicherer und würden immer häufiger das Ziel von Trojanern, wie auch Infoworld bestätigt. Microsoft hingegen würde auch nach Ansicht von Branchenriesen wie Cisco und auch laut Aussagen von Hackern wesentlich mehr in die Sicherheit seiner Produkte investieren als andere Unternehmen

Update 03.06.2010

Nun haben sich auch Sicherheitsexperten in die Diskussion eingeschaltet. Laut Zulfikar Ramzan, Technischer Direktor bei Symantec Security Response, sind nicht mehr die Betriebssysteme das eigentliche Ziel für Angriffe, sondern das Verhalten der Nutzer. Letzteres sei wesentlich einfacher auszunutzen als ein Fehler in einem Betriebssystem.

Diese Entwicklung habe sich in den letzten zwei Jahren rasant fortgesetzt. Nur noch drei Prozent aller Schadsoftware, die entdeckt wurde, nutze eine Sicherheitslücke aus- Der Rest setze entweder das Vorhandensein eines Schädlings aus diesen drei Prozent voraus oder versuche, den Nutzer zu täuschen und zur Installation von Schadsoftware oder Herausgabe von Daten zu bewegen.

Kein Betriebssystem sei sicher, aber Windows sei aufgrund seines Marktanteils eben öfter das Ziel. Doch selbst Googles Chrome OS werde nach Erscheinen mit Sicherheit angegriffen.


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