Google & Wikipedia bei Prüfungen in der Schule - Laut Experte »unvermeidlich«

Der Vorsitzende einer Prüfungskommission geht davon aus, dass Google oder Wikipedia bald auch in Prüfungen an Schulen genutzt werden.

von Georg Wieselsberger,
04.05.2015 10:04 Uhr

Das Internet kann in Dänemark schon bei manchen Prüfungen eingesetzt werden.Das Internet kann in Dänemark schon bei manchen Prüfungen eingesetzt werden.

Mark Dawe ist der Vorsitzende einer Prüfungskommission, die in Großbritannien für Schulprüfungen zuständig ist. Seiner Ansicht nach sind Prüfungen dazu da, das von den Schülern gelernte zu testen. Inzwischen würden Schüler aber Suchmaschinen wie Google oder auch Wikipedia beim Lernen und auch bei der Vorbereitung auf Prüfungen verwenden. »Das setzt natürlich noch immer ein grundlegendes Verständnis der Themen voraus«, so Dawe. Daher sollten auch die Prüfungen entsprechend angepasst werden.

Dawe geht aber nicht soweit, vollen Internetzugang bei allen Prüfungen zu fordern. Würden nur einfache Fakten abgefragt, beispielsweise die Anzahl der Frauen von Henry VIII von England, dürfe das Internet natürlich nicht eingesetzt werden. »Wenn man aber Fragen stellt und dabei weiß, dass Internetzugang erlaubt sein wird, kann man andere Fragen stellen. Es geht um Interpretation, Erörterung und Anwendung.« Es werde zwar noch einzige Zeit dauern, doch letztlich werde der Einsatz des Internets »unvermeidlich« sein. Andere Experten, die ohnehin schon höhere Standards für die Bildung in Großbritannien fordern, halten die Idee von Dawe für »Unsinn«. »Niemand wird viel von einer Prüfung halten, die durch Suchen bei Google geschrieben wird«, so Chris McGovern von Campaign for Real Education (CRE).

Allerdings gab es in Dänemark im Jahr 2009 schon einen Pilotprojekt in 14 Schulen. Bei einer Prüfung zur dänischen Sprache war die Nutzung von Online-Ressourcen erlaubt und die Fragen entsprechend angepasst. Es gab keine einfachen Antworten, da die Lösungen so angelegt waren, dass die Schüler tatsächlich nachdenken und Verbindungen erkennen mussten. Außerdem wurden die Antworten damals auch darauf geprüft, ob Textpassagen einfach aus dem Internet kopiert wurden. Seit 2011 können in Dänemark alle Schulen Prüfungen auf diese Weise anbieten.

Quelle: Venturebeat


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