Googles selbstfahrende Autos - Programmierung erlaubt Überschreiten des Tempolimits

Die von Google entwickelten selbstfahrenden Autos können das Tempolimit überschreiten - aus Gründen der Sicherheit.

von Georg Wieselsberger,
21.08.2014 10:39 Uhr

Google selbstfahrendes Auto kann schneller fahren als erlaubt, wenn das der Sicherheit dient. (Bildquelle: Google)Google selbstfahrendes Auto kann schneller fahren als erlaubt, wenn das der Sicherheit dient. (Bildquelle: Google)

Das Ziel von Google bei der Entwicklung der selbstfahrenden Autos ist es, die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen und so eventuell viele Unfälle zu verhindern und Leben zu retten. Aus diesem Grund erscheint es zunächst seltsam, dass die Entwickler bei Google die Fahrzeuge so programmiert haben, dass sie das aktuelle Tempolimit überschreiten können. Wie die Nachrichtenagentur Reuters meldet, ist der Grund für diese Entscheidung ebenfalls erhöhte Sicherheit.

Das fahrerlose Auto hält sich demnach grundsätzlich an die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit, doch sollte das System feststellen, dass es aufgrund der Verkehrslage sicherer ist, etwas schneller zu fahren, kann das Tempolimit um bis zu 16 km/h überschritten werden. Forschungen hätten gezeigt, dass es gefährlich sein kann, sich an das Tempolimit zu halten, wenn viele andere Verkehrsteilnehmer dies nicht tun. In solchen Fällen sei es sicherer, wenn sich das Fahrzeug dem Verkehrsfluss anpasst. Der Puffer von 16 km/h soll so auch als Ersatz für die Intuition menschlicher Fahrer dienen.

Dmitri Dolgov, der leitende Entwickler des Projektes ist überzeugt, dass die selbstfahrenden Autos den Straßenverkehr sicherer machen. »Abertausende Menschen werden jedes Jahr bei Autounfällen getötet. Das hier könnte das ändern«. Fahrerlose Autos bringen aber auch ganz neue und zum Teil ethische Probleme mit sich. Während sich rechtliche Hürden wie Versicherungsfragen und Verantwortung bei Unfällen wohl lösen lassen, sieht das bei manchen Situationen anders aus.

»Sollte ein Auto versuchen, seine Passagiere zu schützen und das auch auf Kosten von Fußgängern?“, so J. Christian Gerdes, am Stanford REVS Institute ebenfalls mit Forschungen zu diesem Thema beschäftigt. »Werden wir Fehler von Maschinen akzeptieren, selbst wenn sie deutlich weniger Fehler als Menschen machen? Wir können das Risiko signifikant senken, aber ich glaube nicht, dass wir es auf Null schaffen können.«


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