Zukunft der Spiele-Grafik - Das leisten aktuelle Grafik-Engines

Im Rahmen der Entwicklerkonferenz GDC 2014 in San Francisco zeigten die wichtigsten Engine-Hersteller, wie die Spielegrafik der Zukunft aussehen wird. Wir fassen die Highlights zusammen.

von Stefan Köhler,
20.03.2014 16:10 Uhr

Vom 17. bis 21. März tagen die Spieleentwickler der Welt auf der Games Developers Conference in San Francisco. Und neben Vorträgen, Hands-Ons und Konferenzen zeigen die Programmierer auch die Grafikgerüste der Zukunft. Wir stellen die wichtigsten grafischen Entwicklungen für PCs, Konsolen, Mobile-Geräte und Hardware des Jahres 2014 und darüber vor, auf die man sich freuen darf.

Snowdrop Engine

Die Entwickler von Massive Entertainment haben sich mit Ground Control und World in Conflict als Experten für Strategiespiele und ausgezeichneter Grafik etabliert. Mit Tom Clancy's The Division verlassen die Schweden zwar das Strategie-Genre, optisch ist ihr neuestes Projekt aber auch dieses Mal ganz vorne mit dabei.

Grund dafür ist die selbst entwickelte Snowdrop Engine, die aus dem MMO-Shooter ein echtes Next-Gen-Spiel machen soll. Auf der GDC präsentiert Massive das erste Mal die Darstellung von Vegetation mit dem Grafikgerüst und erklärt in einem Trailer, wie einfach der Grafik-Editor zu bedienen ist.

Tom Clancy's The Division - Entwickler-Video zur Snowdrop Engine mit neuen Spielszenen 3:23 Tom Clancy's The Division - Entwickler-Video zur Snowdrop Engine mit neuen Spielszenen

CryEngine 3

Crytek hat auf der GDC keine neue oder verbesserte Version der CryEngine präsentiert, dafür aber ein durchaus beeindruckendes Portfolio an Spielen gezeigt, die auf Basis der CryEngine entwickelt werden. Dazu gehören so unterschiedliche Spiele wie der Sci-Fi Koop-Shooter. Evolve wie auch das Mittelalter-Rollenspiel Kingdom Come: Deliverance.

CryEngine - Showcase-Trailer von der GDC 2014 2:21 CryEngine - Showcase-Trailer von der GDC 2014

Unity Engine 5

Auf den ersten Blick mag die neueste Version der Unity Engine der Konkurrenz wenig ebenbürtig sein. Allerdings ist das Grafikgerüst von Unity Technologies vor allem für Mobile-, Browser- und Indiespiele entwickelt worden. Und was da in Zukunft auf Telefonen und ohne Plug-In in Webbrowsern mit Licht- und Partikeleffekten möglich ist, macht bereits jetzt Lust auf mehr.

Unter anderem sind die Weltraumsimulation Kerbal Space Program, das Rollenspiel Das Schwarze Auge: Blackguards und die Mobile-Titel The Room und République mit den bisherigen Versionen der Unity Engine entstanden.

Unity Engine 5 - Techdemo der Engine von der GDC 2014 4:50 Unity Engine 5 - Techdemo der Engine von der GDC 2014

Unreal Engine 4

Die größte Schlagzeile machte die Unreal Engine 4 nicht mit einem grafischen Feature, sondern mit dem Preis: Für 19 US-Dollar im Monat kann die gesamte Engine, alle bisher erstellten Videospiel-Assets von Epic Games (Gears of War) und vollständiger Entwickler-Support lizenziert werden.

Da gerät der neue Trailer von der GDC schon fast in Vergessenheit, aber nur fast. In gut fünf Minuten zeigen die Programmierer von Epic Games nochmal alle Features, die das Grafikgerüst für Hobbyprogrammierer und Triple-A-Entwickler bietet.

Unreal Engine 4 - Techdemo von der GDC zeigt Features der Engine 5:06 Unreal Engine 4 - Techdemo von der GDC zeigt Features der Engine

Oculus Rift Developer Kit 2

Oculus Rift ist zwar keine Grafikengine, aber wer von Next-Gen-Grafik reden möchte, kommt um die Virtual-Reality-Brille kaum herum.

Mit der generalverbesserten, zweiten Version hat die Firma Oculus VR die Bildwiederholrate und Auflösung verbessert und gleichzeitig die Latenz reduziert. Die Genauigkeit der Positionserkennung des Kopfes ist nun geringer als ein Millimeter und das neue OLED-Display verringert die Entstehung von Motion Blur und Übelkeit bei der Benutzung.

Oculus Rift - Vorstellung des Development Kit 2 3:24 Oculus Rift - Vorstellung des Development Kit 2

Project Morpheus

Oculus VR arbeitet nicht als einzige Firma an einer Virtual-Reality-Brille, auch Sony hat auf der GDC ihr eigenes Project Morpheus vorgestellt. Die arbeitet mit der PlayStation 4 zusammen, der Anschluss über HDMI und USB legt aber auch eine Kompatibilität mit PCs nahe. Project Morpheus soll eine Auflösung von 1080p bieten und von der Kamera der PlayStation 4 erfasst werden, um präzises Motiontracking zu ermöglichen. Zudem soll die PlayStation 4 zwei Bilder an Brille und Fernseher senden können, um Mehrspielermodi ohne Splitscreen an einer Konsole zu ermöglichen.

Bewegte Bilder hat Sony zwar noch nicht gezeigt, ein erster Prototyp mit Demos von Thief und EVE: Valkyrie kann aber bereits jetzt auf der GDC getestet werden.

Project Morpheus (Bildquelle: Sony)Project Morpheus (Bildquelle: Sony)


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