Green Zone - Militär-Thriller mit Matt Damon

Matt Damon begeisterte als Jason Bourne Millionen von Zuschauern und wurde durch Die Bourne Identität zur Action-Ikone. Sein neuester Film, der Thriller Green Zone, ist vom gleichen Regisseur und bietet erneut Action vom Feinsten. Beste Karten also für einen neuen Hit?

von Christian Mester,
19.03.2010 17:32 Uhr

Vor acht Jahren suchte Matt Damon zum ersten Mal als charismatischer Geheimagent nach geheimen Erinnerungen. Bis dato hatte sich der Schauspieler einen Namen lediglich in Komödien und Dramen gemacht, weswegen man anfangs nur schwer glauben konnte, dass ausgerechnet er als Action-Held taugen könnte.

Das tat er in der Rolle des Jason Bourne allerdings derart überzeugend, dass die mittlerweile als Trilogie ausgeweiteten Fortsetzungen nahezu eine Milliarde Dollar einspielten. Dem letzten Teil - Das Bourne Ultimatum - gelang es sogar einen Oscar abzuräumen - eine Seltenheit im Action-Genre. Der besondere Kamera- und Kampfstil des Films inspirierte im Nachhinein sogar einige Nachahmer; vor allem der letzte Bond orientierte sich offensichtlich an der beliebten Reihe.

Matt Damon ist im Iraq auf der Suche nach Massenvernichtungswaffen.Matt Damon ist im Iraq auf der Suche nach Massenvernichtungswaffen.

Nachdem Damon vor kurzem angekündigt hat, dass Das Bourne Ultimatum der wahrscheinlich letzte Film der Reihe sei, waren die Erwartungen an Green Zone besonders groß. Da Damon mit dem Regisseur der letzten beiden Bourne-Filme Doug Liman zusammen arbeitete und sowohl Trailer als auch Poster verdächtig an seine Erfolgsreihe erinnerten, erhoffen sich Fans einen ähnlich guten Film. Ob sich der Besuch in der Green Zone lohnt?

Modern Warfare

Roy Miller (Matt Damon) ist ratlos. Der angesehene Chief Warrant Officer ist 2003 Befehlshaber einer amerikanischen Sondereinheit, deren Auftrag es ist, gefährliche irakische Massenvernichtungswaffen aufzuspüren. Trotz angeblich sicherer Quellen findet man jedoch nur leere Toilettenfabriken - und riskiert stattdessen regelmäßige Verluste. Der idealistische Soldat fängt an, die Sache zu hinterfragen.

Ein zwielichtiger Berater des Weißen Hauses (Greg Kinnear) speist ihn daraufhin mit der Aussage ab, die genauen Quellen seien geheim. Das weckt das Interesse von Miller allerdings noch intensiver. Zusammen mit einem ebenfalls skeptischen CIA-Agenten (Brendan Gleeson) und einem befreundeten Iraker (Khalid Abdalla) macht er sich an die Arbeit, die Identität des Informanten aufzudecken. Ein tödlicher Kampf gegen die Zeit, da die wahren Drahtzieher alles daran setzen, ihre Geheimnisse für sich zu behalten.

Ruf der Pflicht

Copyright: Universal FilmCopyright: Universal Film

In den letzten Jahren gab es zwar einige Kriegsfilme zum Geschehen im Nahen Osten, allerdings nur selten Spielfilme. Die bisherigen waren zwar durch die Bank weg hervorragend (Black Hawk Down, Jarhead – Willkommen im Dreck, The Hurt Locker – Tödliches Kommando, Der Mann, der niemals lebte), Hollywood selbst hatte sich bisher allerdings äußerst selten an das kritische Thema heran getraut.

Vor dem Kinobesuch sollte man wissen, dass Green Zone keineswegs auf einer authentischen Geschichte basiert und dies auch gar nicht erst leugnet. Die Rolle des Roy Miller ist genauso fiktiv wie die Story. Aber darum geht es den Machern auch nicht. Regisseur Paul Greengrass will primär den damaligen Zustand der Iraker und des US-Militärs zeigen und das Gefühl beider Seiten vermitteln. Das Schöne ist, dass im Film keine Schwarz-/Weißmalerei betrieben wird. Es gibt keine klaren Guten und Bösen, jeder agiert aus eigenen Motiven heraus und meint, das jeweils Richtige zu tun.

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Verpackt ist das Ganze in einem bestens gemachten Action-Film, der mehrere spannende Verfolgungsjagden bietet und den Kinobesucher ordentlich mitfiebern lässt. Damon, Gleeson und Kinnear sind in ihren jeweiligen Rollen gut und verleihen dem Gesamtbild Klasse, dazu kommt noch Jason Isaacs (Lucius Malfoy aus den Harry Potter Filmen), der als wortkarger Badass den Boden mit Damon aufwischen darf.

Wirrer Wackelpudding

Wer bei den Bourne-Filmen, Ein Quantum Trost und Public Enemies Probleme mit der wackeligen Kameraführung hatte, sollte sich den Kinobesuch besser zweimal überlegen. Green Zone setzt fast ausschließlich auf die hektische Kameraführung, um Dynamik und ständige Unruhe zu vermitteln. Eine anstrengende Sache, die nicht ganz so schlimm wie beim letzten Bond anmutet, nichts desto trotz manchmal vielleicht des Guten zuviel ist.

Kino-Trailer zu Green Zone 2:28 Kino-Trailer zu Green Zone

Trotz zwei Stunden Laufzeit könnte der Film ruhig noch etwas länger sein. Matt Damons Charakter macht keine wirkliche Entwicklung durch und auch von den Irakern und US-Politikern würde man gerne mehr erfahren. Wer sich die ganz große Action mit Shoot-Outs und Zweikämpfen ala Bourne erhofft, muss seine Erwartungen dämpfen. Green Zone hat zwar jede Menge Action zu bieten, setzt aber hauptsächlich auf spannende Ermittlung.

Fazit

Christian Mester (bereitsgesehen.de): Green Zone ist ein gut gemachter Militär-Thriller, der wohl jedem gefallen dürfte, der Call of Duty: Modern Warfare und Konsorten gespielt hat. Natürlich nicht ganz so actionreich, dafür toll gespielt und ziemlich spannend.

Kinokritik in Kooperation mit bereitsgesehen.de

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