GTA 4 - Al-Qaida-Fans prahlen mit Gewaltszenen

Auf der Erfolgswelle von Grand Theft Auto 4 wollen jetzt offenbar auch die Sympathisanten der Terroristengruppe Al-Qaida mitschwimmen. Wie Spiegel Online berichtet, behaupten diese, dass GTA-Entwickler Rockstar sich durch die »Tötungstaktiken der al-Qaida« bei ihrem Spiel inspirieren lassen hat. Die US-Website CBSNews hatte bereits Anfang Juni berichtet, dass ein Mitglied eines Islamistenforums entsprechende Videos vom Youtube-Portal als Beweis für diese Behauptung anführte. Spiegel zitiert den User, der sich »Abd al-Wahhab« nennt, mit den Worten: »Das zeigt die Kraft und Wirksamkeit dieser Taktik«.

von Rene Heuser,
13.06.2008 13:37 Uhr

Auf der Erfolgswelle von Grand Theft Auto 4 wollen jetzt offenbar auch Sympathisanten der Terroristengruppe Al-Qaida mitschwimmen. Wie Spiegel Online berichtet, behaupten diese, dass GTA-Entwickler Rockstar sich durch die »Tötungstaktiken der al-Qaida« bei seinem Action-Spiel inspirieren lassen hat. Die US-Website CBSNews hatte bereits Anfang Juni berichtet, dass ein Mitglied eines Islamistenforums entsprechende Videos vom Youtube-Portal als Beweis für diese Behauptung aufgelistet habe. Spiegel zitiert den Forumuser, der sich »Abd al-Wahhab« nennt, mit den Worten: »Das zeigt die Kraft und Wirksamkeit dieser Taktik«.

In den Youtube-Videos werden Selbstmordanschläge, ein Hubschrauber-Absturz in ein Hochhaus und Bombenanschlage auf einen Bus sowie im Krankenhaus gezeigt. Die gezeigten Szenen stammen aus GTA 4. Der Spiegel ordnet diese Bilder aber ein: Theoretisch kann in jedem Computerspiel mit Granaten oder Sprengstoff ein Selbstmordanschlag nachgestellt werden. »Zu behaupten, dass al-Qaida GTA IV beeinflusst hätte, ist so absurd wie zu behaupten, al-Qaida hätte die Gewalt erfunden«, sagt Spiegel-Redakteur Christian Stöcker. Außerdem widerspreche es der gesamten inneren Logik von GTA IV: »Das wahllose und ziellose Töten ist bei GTA IV möglich - aber nicht zielführend.« Zwar sei die Figur, die man spiele, ein Killer. Aber Niko Bellic sei kein Terrorist und schon gar kein Selbstmordattentäter, heißt es im Artikel.

Letztlich wird die Freiheit der GTA-Spielwelt nur für perfide Zwecke missbraucht. Die Überschrift von einem der Videos: »Grand Theft Auto IV Al-Qaeda blowing up everyone.. lol« spricht zudem dafür, dass der Ersteller absichtlich die Zuschauer schockieren wollte, um auf sich aufmerksam zu machen. Es ist zu erwarten, dass solche Meldungen künftig häufiger geben wird. Umso realistischer die Computer- und Videospiele werden und je mehr Freiheit sie bieten, desto leichter lassen sie sich für bestimmte Vorhaben missbrauchen.


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