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Gullivers Reisen – Da kommt was Großes auf uns zu - Ganz großes Kino im kleinen Liliput

2005 half Jack Black dabei, den Riesenaffen King Kong von einer Insel zu entführen - jetzt wird er selbst zum Inselkoloss. Ob sein neuer 3-D Film Gullivers Reisen genauso riesig oder bloß affig ist, erfahren Sie in unserer Kritik.

von Christian Mester,
11.02.2011 17:15 Uhr

Der Comedy-Star Jack Black verlegt in seinem neuen Film die nur bedingt auf Späße ausgelegte Abenteuergeschichte Gullivers Reisen von Jonathan Swift in die Moderne. Dabei hat er sich vorgenommen, den Klassiker flippig, cool und lustig zu machen und ihn überdies auf seinen eigenwilligen Buddy-Humor zuzuschneiden. Dazu suchte er sich die aufstrebende Emily Blunt (Wolfman) als Co-Star, die dafür sogar extra die Rolle der Black Widow in Iron Man 2 ablehnte, und lud noch TV-Star Jason Segel (Marshall aus How I Met Your Mother), sowie Amanda Peet und Billy Connolly (beide aus Akte X: Jenseits der Wahrheit) mit ein, ihn auf die Zauberinsel Liliput zu begleiten.

Die Story

Lemuel Gulliver (Jack Black) ist ein vom Pech verfolgter Postarbeiter, der sich eines Tages eine Fotografenreise ins Bermuda-Dreieck erschwindelt. Auf hoher See gerät der Abenteurer in einen übernatürlichen Sturm und wacht daraufhin als Schiffbrüchiger auf einer Insel wieder auf – umzingelt von sprechenden Miniaturmenschen. Die naiven Bewohnern sehen ihn zunächst als Gefahr vom Format eines Godzillas, den man in Ketten legen muss. Bei erster Gelegenheit rettet er jedoch den König (Billy Connolly) und dessen Tochter. Von der Anerkennung der kleinen Leute geschmeichelt behauptet er herumdrucksend, in seiner Welt ein beliebter Alleskönner zu sein. Überraschend nehmen die leichtgläubigen Winzlinge das für bare Münze, wodurch er sich erstmals im Leben geschätzt und geliebt fühlt.

Gullivers Reisen - Da kommt was Großes auf uns zu - Bilder zum Kinofilm ansehen

Gulliver lügt fortan, dass sich die Balken biegen und baut sich eine aufregende Lebensgeschichte aus Versatzstücken der Star Wars Trilogie, Titanic und angeblich selbst komponierter Musik von KISS zusammen. Ärger zieht jedoch auf, als er einem der Bewohner Liliputs (Jason Segel) dabei hilft, das Herz der hübschen Prinzessin (Emily Blunt) zu erobern. Ein erboster Konkurrent (Chris O’Dowd), der sie aus eigenen Ambitionen für sich haben will, sagt dem Giganten den Kampf an. Gullivers Beliebtheit droht zu enden, als der Verlobte plötzlich mit einem menschengroßer Kampfroboter auftaucht und darüber hinaus noch ein zweiter Eindringling aus Gullivers Welt betritt.

Hosen runter

Gab es in Jonathan Swifts Erzählung aus dem Jahre 1726 ein Kapitel, in dem Gulliver die Hosen herunterlässt und ein brennendes Gebäude mit seinem Urin löscht? In der Tat. Doch während diese Szene noch aus dem Klassiker übernommen wurde, entfernt sich der Film andererseits bewusst von Motiven und Qualitäten der Vorlage. Bis auf den groben Handlungsfaden haben Film und Buch nichts mehr miteinander gemein.

Eigentlich kein schlimmer Faux-Pas, doch wenn etwas Eigenes schaffen will, sollte das auch gut sein. Gullivers scheitert schon daran, dass der Humor des Films so klein und unauffällig wie die Liliputaner selbst bleibt. Lustiger als die angesprochene Urinszene wird es nicht und überhaupt ist die Anzahl der als witzig gedachten Klamaukszenen stark begrenzt. Dass Gulliver sich den Times Square auf der Insel nachbauen lässt, die kleinen Menschen staunend sein Smartphone bedienen oder behauptet, Gavatar, seine Fassung von Avatar: Aufbruch nach Pandora, mit entwickelt zu haben, ist schlicht nicht lustig. Das sind vielleciht amüsante Randdetails, aber kaum lohnende Späße.

Auch die zwei aufkeimende Liebesgeschichte überzeugen kaum. Sie sind so platt und emotionsfrei inszeniert, dass Emily Blunt ihre gesamten darstellerischen Qualitäten in Waagschale werfen muss, um bei ihren schmalzigen, oberflächlichen Dialogen gefasst zu bleiben und eine Prinzessin eines viktorianischen Zeitalters zu spielen. Der 3-D Familienfilm kommt zudem fast gänzlich ohne Action aus, was hinsichtlich der Größenunterschiede der Figuren überrascht. Gulliver besiegt zum Beispiel eine Armee lediglich damit, sein T-Shirt auszuziehen und groß zu sein. Bei teuren Filmen wie diesem mit über 100 Millionen US-Dollar darf man für gewöhnlich mehr erwarten. Gute Vergleichsmöglichkeiten bieten die beiden Nachts im Museum-Filme mit Ben Stiller, die ein ähnliches Konzept vorspielten und dabei deutlich agiler waren.


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