Handelszölle unter Donald Trump - US-Spieleindustrie befürchtet steigende Preise

Donald Trump hat während des Wahlkampfes angedeutet, Strafzölle auf aus dem Ausland importierte Waren einzuführen. Für die US-Spieleindustrie könnte das negative Folgen haben - wird doch ein Großteil der wichtigen Spielkonsolen in Übersee produziert.

von Tobias Ritter,
25.01.2017 15:25 Uhr

Die US-Spieleindustrie befürchtet, dass es aufgrund der sich abzeichnenden protektionistischen Wirtschaftspolitik von Donald Trump in den USA zu steigenden Preisen für Hard- und Software kommen könnte. Aktuell üDie US-Spieleindustrie befürchtet, dass es aufgrund der sich abzeichnenden protektionistischen Wirtschaftspolitik von Donald Trump in den USA zu steigenden Preisen für Hard- und Software kommen könnte. Aktuell ü

Aufkündigung des Freihandelsabkommens »Transpazifische Partnerschaft«, mögliche Handelszölle: Die Wirtschaftspolitik des gerade erst vereidigten US-Präsidenten Donald Trump stellt auch die amerikanische Spiele-Industrie vor neue Herausforderungen.

Und zwar so sehr, dass sich nun auch die Entertainment Software Association Gedanken macht. Die seit 1994 bestehende US-amerikanische Organisation zur Wahrung der Interessen heimischer Entwickler und Publisher untersucht derzeit mögliche Folgen der Trump-Wahl und der damit einhergehenden Politik.

Man beobachte die Angelegenheit und werden in Kürze weitere Informationen dazu bekannt geben, erklärte ein Sprecher auf Nachfrage gegenüber dem US-Magazin Polygon.

Handelszölle könnten zu höheren Preisen führen

Kritisch für die Branche könnten insbesondere die vorgesehenen Handelszölle werden, mit denen Trump US-Bürger möglicherweise dazu bewegen will, mehr einheimische Produkte zu kaufen. Im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen waren Zölle zwischen fünf und zehn Prozent im Gespräch.

Sollten derartige Einfuhrgebühren wirklich etabliert werden, hätte das signifikante Auswirkungen auf die Preise von Spielkonsolen und weiteren Hardwareprodukten, die größtenteils in Übersee produziert werden. Betroffen wäre etwa Nintendo, das seine in Japan produzierte Nintendo Switch in den USA dann wohl deutlich teurer als geplant anbieten müsste.

Wirtschaftsexperten warnen zudem vor einem Handelskrieg, sollte Trump diesen Schritt tatsächlich gehen. Andere Länder könnten dann ebenfalls Strafzölle auf aus den USA importierte Produkte erheben.

Regeln für WTO-Mitgliedstaaten

So ohne weiteres wird Trump allerdings ohnehin keine Zölle in beliebiger Höhe einführen können. Wie alle anderen 163 Mitgliedsstaaten haben sich auch die USA gegenüber der WTO zur Einhaltung gewisser Regeln verpflichtet. Dazu gehört auch ein Maximalzoll, der für die USA bei 2,5 Prozent liegt.

Zwar kann auch die WTO keinen Staat dazu zwingen, illegale Zölle zu revidieren. Allerdings kann sie ihren Mitgliedsstaaten erlauben, im Gegenzug ebenfalls Strafzölle zu erheben. Das würde den weltweiten Freihandel jedoch stark einschränken und hätte voraussichtlich negative Folgen für die gesamte Weltwirtschaft.

Als letzte Alternative könnte Trump die USA auch aus der WTO austreten lassen - mit nicht kalkulierbaren Folgen.

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