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Hellgate: London im Test - Dämonisches Metzelabenteuer im Diablo-Stil

Man sagt, der Weg zur Hölle sei mit guten Vorsätzen gepflastert. Stimmt, auch der Entwickler Flagship hatte sich für sein dämonisches Metzelabenteuer Hellgate: London viel vorgenommen. Das ernüchternde Ergebnis: ein gutes, aber keineswegs überragendes Action-Rollenspiel, bei dem der Teufel nicht nur im Detail steckt.

von Michael Graf,
29.10.2007 11:25 Uhr

Das Action-Rollenspiel Hellgate: London ist wie Weihnachten, nur ganz anders. Denn Geschenke gibt’s hier nicht von Christkind & Co, sondern von Dämonen, Skeletten und Zombies. Die rücken ihre Gaben auch nicht freiwillig heraus, sondern wollen zunächst mit Schwert-, Schuss- und Zaubergewalt überzeugt werden. Doch wie beim echten Weihnachtsfest zählt auch in Hellgate nur der wesentliche Grundgedanke: die Besinnlichkeit im Kreise der Familie.

Quatsch: »Ich will mehr Geschenke! « Wie jeder gute Vertreter seiner Gattung weckt das Action- Rollenspiel nämlich die klassische Diablo -Sammelwut nach immer besseren Beutestücken. Also alles in Butter? Denkste! Obwohl es im Hellgate-Entwicklerteam Flagship von einstigen Diablo-Machern wimmelt, leidet der Höllentrip unter Schwächen und Bugs. Dies gilt freilich nur für die Solo-Kampagne, die Mehrspieler-Partien konnten wir noch nicht beurteilen (Wir liefern unsere Eindrücke dazu auf GameStar.de nach). Das Fazit des Einzelspieler-Tests: Der mit Vorschusslorbeeren überhäufte Hoffnungsträger entpuppt sich als Streitfall, der selbst die GameStar-Redaktion entzweit. Die einen fesselt der Sammeltrieb, die anderen ärgern die vielen Macken. Aber was wäre schon Weihnachten ohne zünftigen Familienstreit?

Verfluchte Veteranen

Bill Roper, David Brevik, Kenneth Williams, Max und Erich Schaefer – die Personalkartei des Entwicklers Flagship liest sich wie die Gästeliste eines Diablo-Veteranentreffens. Alle Firmenköpfe wirkten schon 1997 am ersten Teil der Kultserie mit.

Es war also keine große Überraschung, als Flagship Kurs auf vertraute Gewässer nahm und vor zwei Jahren einen Diablo-Klon ankündigte: Hellgate sollte die Tugenden des Vorbilds mit moderner 3D-Grafik verbinden. Nach vier Jahren Entwicklungszeit (die Arbeiten begannen bereits kurz nach dem Flagship-Stapellauf 2003) erweist sich die Verwandtschaft als Fluch und Segen zugleich: Neben der Stärke, der Sammelsucht, erbt Hellgate auch die Schwächen von Diablo. Die Story zum Beispiel ist dürftig: Dämonen überfluten London, Sie metzeln die Brut zurück ins Höllenfeuer.

Diese Simpelfassade basiert zwar auf einem Geflecht aus spannenden Charakteren und Fraktionen – das weiß aber nur, wer die Comics zum Spiel gelesen hat. Hellgate selbst erzählt von der Vorgeschichte wenig, und auch das nur in den zwar gut geschriebenen, aber nicht vertonten Monologen der Auftraggeber. Zwischen den atemberaubenden Renderfilmen zu Beginn und am (offenen) Ende gibt’s nur öde Zwischensequenzen, in denen sich ein Zauberbuch von allein durchblättert. Dazu spricht ein Erzähler – kein Vergleich zu den spektakulären Kapitelfilmen von Diablo 2.

Lahme Levels

Sei’s drum, die Story ist bei einem Action-Rollenspiel eh zweitrangig, wichtiger ist die Atmosphäre. Und die bringt Hellgate bestens rüber: Obwohl die Dämonen auch die Londoner U-Bahn überrannt haben, konnte der Templerorden dessen Haltestellen verteidigen.

Die dienen nun als sichere Zufluchtspunkte, ähnlich wie die Städte in Diablo 2 . An den düsteren Bahnhöfen besuchen Sie Händler und Auftraggeber. Und überall kauern Verzweifelte, sodass Sie die Bedrohung stets vor Augen haben. Doch ausgerechnet das Tutorial, der Einstieg ins Spiel, ist langweilig – und erklärt nicht einmal alle wichtigen Funktionen. Hier verschenkt Hellgate die Chance, den Spieler gleich anfangs zu fesseln. Die Levels zwischen den Bahnhöfen bastelt Hellgate per Zufallsgenerator, selbst bereits erforschte Gebiete sehen nach jedem Spielstart anders aus. Es gibt aber zu wenige Grafiksets, zudem kommen bestimmte Bausteine immer wieder zum Einsatz.

Im Spielverlauf metzeln Sie sich durch zahllose Wagonlager, Kistenkeller, Gleistunnels, Ruinenstraßen und stets exakt gleiche Höllenabschnitte. Zwar variiert Hellgate die Lichtfarbe und (oberirdisch) das Wetter, doch der Mangel an Abwechslung nervt schon nach zwei bis drei Stunden. Die Stimmung kommt dank der düsteren Umgebungen trotzdem rüber. Auch, weil nette Elemente wie Autowracks, Sprengfässer und Schutthaufen das Einerlei auflockern.

Verglichen mit den handgebauten Schauplätzen von Titan Quest wirken die trist-grauen Areale dennoch detailarm. Das gilt besonders für den (im wahrsten Wortsinne) allerletzten Level: Eine hässlich-langweiligere Hölle haben wir schon lange nicht mehr gesehen.

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Sprache: Deutsch


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