Highlight des Jahres 2016 - Markus: Mein Bewegungswunder

Ein Handyspiel als Highlight 2016? Ja, denn mit Pokémon Go hat Markus diesen Sommer mehr neue Dinge erlebt, als mit allen MMOs zusammen.

von Markus Schwerdtel,
30.12.2016 08:00 Uhr

Video-Talk zu Pokemon Go - Warum ist Pokémon Go so erfolgreich? 18:10 Video-Talk zu Pokemon Go - Warum ist Pokémon Go so erfolgreich?

Wie bitte, Pokémon Go als Highlight 2016? Spinnt der Schwerdtel jetzt komplett? Ja, vielleicht, aber das hat nichts mit Pokémon Go zu tun. Tatsächlich ist diese Wahl nämlich das Ergebnis reiflichen Überlegens.

Denn natürlich habe ich dieses Jahr jeden großen und Unmengen kleinerer Titel gespielt. Angefangen bei The Witness zu Jahresbeginn über Rise of the Tomb Raider, Tom Clancy's The Division, Stellaris, Dark Souls 3, Overwatch, Doom und vielen, vielen mehr bis hin zu Dishonored 2 oder Watch Dogs 2 am Jahresende. Und da sind die vielen Indie-Spiele wie Firewatch oder Inside noch gar nicht mit aufgezählt. Und trotzdem: Pokémon Go ist mein Highlight des Jahres 2016 – obwohl es »bloß« ein Handyspiel ist und weiß Gott genug Unzulänglichkeiten hat.

Ingress - So funktioniert der Vorgänger von Pokémon Go ansehen

Ein echtes Social Game

Das Spielprinzip von Pokémon Go braucht man mittlerweile nicht mehr groß erklären. Der wichtigste Aspekt: Man spielt es nicht im stillen Kämmerlein auf der Couch oder am Schreibtisch sitzend, sondern draußen, im Gehen! Und da trifft man an Pokéstops und Arenen zwangsläufig andere Spieler, mit denen man sich austauschen kann. Das ist zwar kein Zwang, aber wer wie ich ein kommunikativer Mensch ist, findet im Nu jede Menge gleichgesinnter Nerds zum Fachsimpeln.


Über den Autor
Markus mag gute Spiele, da ist ihm die Plattform herzlich egal. Und wenn ihn gerade ein Handyspiel fesselt, dann ist das eben so. Momentan spielt er ziemlich viel (seine Frau sagt, zu viel) Super Mario Run, den Non-Stop-Runner von Nintendo. Und im Hintergrund läuft sowieso immer Mini Metro. Das U-Bahn-Planungsspiel gibt es auch für den PC, doch mit Touch-Bedienung läuft das Spielprinzip zur Höchstform auf. Unbedingt ausprobieren!

Die alte Frau, die da mit ihrem Handy neben der Kirche (eine der Arenen bei mir im Dorf steht) steht? Die ist Level 28 und kämpft für Team gelb. Mein Sitznachbar im Pendlerzug? Der ist schon gut über 50 Jahre alt und Abteilungsleiter in einer Bank, betreibt aber zwei Pokémon Go-Accounts (Level 30 und 26, auf Privat- und Firmenhandy) und führt eine Excel-Liste mit den Charakterwerten seiner besten Monster.

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Mit beiden – der älteren Dame und dem Banker – hätte ich sonst wohl nie ein Wort gewechselt. Jetzt aber grüßen wir uns auf der Straße, vergleichen unsere Pokédexe und erobern (der Bankmann ist auch im Team Rot) gemeinsam Arenen. Pokémon Go hat mein Sozialleben also um einen Aspekt bereichert, von dem ich gar nicht wusste, dass es ihn gibt. Das hat bisher kein Multiplayer-Shooter und kein MMO geschafft.

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Multiplayer ohne Trashtalk

Klar der »Multiplayer-Modus« von Pokémon Go ist mit seinem asymmetrischen Arena-Erobern momentan nicht der Rede wert. direkte Konfrontationen gibt es (noch) nicht, Wettbewerb aber durchaus. Wenn »meine« Stammarena im Minutentakt die Farbe wechselt, weil »Wolfi1860« (seinen echten Namen kenne ich nicht) einfach nicht aufgibt und wir beide abwechselnd für kurze Zeit die Besitzer sind, dann hat das durchaus etwas Verbissenes.

Weil wir dabei jedoch in Sichtkontakt stehen, werfen wir uns nicht per Teamspeak Schimpfwörter an den Kopf, sondern in der echten Welt ein anerkennendes Nicken zu. Gut, vielleicht ist Pokémon Go nur ein »Sommerspiel«, schließlich muss man mich im Winter deutlich aufwändiger zum Rausgehen motivieren als in der warmen Jahreszeit. Und ich weiß nicht, wie das gelingen soll, wenn der Content-Nachschub weiterhin so zäh fließt. Double-XP-Wochen wie zuletzt zu Halloween werden es auf Dauer sicher nicht richten.

Doch selbst wenn der Hype jetzt abebbt und die App in Vergessenheit gerät – Pokémon Go hat für mich den Sommer 2016 geprägt wie kein anderes Spiel und ist deshalb mein Highlight.

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