Holperiger Ryzen-Start - Mainboard-Hersteller kritisiert AMD scharf

Direkt zum Start der neuen Ryzen-Prozessoren von AMD waren Mainboards noch Mangelware und Modelle mit X370-Chipsatz sind noch immer schwer zu erhalten. Eine anonyme Kritik aus der Branche schiebt AMD den schwarzen Peter dafür zu.

von Georg Wieselsberger,
14.03.2017 13:19 Uhr

AMD wird durch einen Mainboard-Hersteller harsch wegen mangelnder Unterstütung kritisiert.AMD wird durch einen Mainboard-Hersteller harsch wegen mangelnder Unterstütung kritisiert.

Nachdem auch rund zwei Wochen nach dem Start der Ryzen-CPUs noch immer viele angekündigte Mainboards nicht lieferbar sind, hat die Webseite Legit Reviews deswegen Kontakt zu AMD und Herstellern aufgenommen.

Laut der Stellungnahme von AMD übertrifft die Nachfrage nach den Ryzen-Prozessoren die ursprünglichen Erwartungen der Mainboard-Hersteller, die deswegen nun ihre Liefermengen erhöhen wurden. In einigen Wochen sollten ausreichend Mainboards im Handel zu finden sein, so John Taylor, der Marketing-Chef von AMD.

Erst Lieferungen per Luftfracht

Tatsächlich bestätigen manche Mainboard-Hersteller die anfangs geringen Liefermengen, die außerdem per Luftfracht befördert worden seien. Große Mengen würden per Schiff geliefert und das benötige einige Zeit. Doch ein Hersteller, der allerdings nicht genannt werden wollte, kritisiert AMD scharf. Das Problem liege an der »schlechten Koordination, schlechten Kommunikation, schlechten Unterstützung und dem schlechtem Timing« seitens AMD, die eine größere Produktion unmöglich gemacht hätten.

AMD habe den Termin für den Verkaufsstart der Ryzen-Prozessoren erst Ende Dezember verlegt, denn eigentlich sei dieser erst Ende des 2. Quartals 2017 geplant gewesen. Im Januar und Februar sei die Produktion aber schon durch Intel-Mainboards mit den neuen 200er-Chipsätzen belegt gewesen.

»AMD hat vergessen, wie ein CPU-Launch funktioniert«

Zudem habe AMD den Herstellern die Liefermengen der Prozessoren bis zwei Wochen vor dem Start verschwiegen und die Unterstützung durch BIOS-Code, Treiber und CPU-Samples sei »schrecklich« gewesen. AMD habe die Partner fast nicht unterstützt und auf Anfragen gar nicht und nur mit Verzögerungen reagiert.

Es sei wohl zu lange her, dass AMD einen neuen Prozessor auf den Markt gebracht habe und daher hätten sie vergessen, wie das funktioniert. Stattdessen hätten sie wie bei einer Grafikkarte gehandelt und sich nicht um die gesamte Plattform gekümmert.

Quelle: Legit Reviews

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