IDF: High Definition Audio mit EAX - Intels neue Chipsätze mit Dolby

von Daniel Visarius,
19.02.2004 11:10 Uhr

Was bisher als Azalia bekannt war, kommt demnächst als High Definition Audio (HDA) auf den Markt. So heisst die Technologie für Onboard-Sound, die Intel mit seinen Chipsätzen 915 (Codename Grantsdale) und 925P (Alderwood) einführen wird. Beide kommen vermutlich zur CeBIT auf den Markt.

HDA ist der Nachfolger des betagten Konzepts AC97. Auch bei HDA sitzt der Grossteil der Soundfunktionen im Chipsatz, dazu benötigt der Mainboard-Hersteller nur noch einen billigen Codec-Chip, damit das Board ertönt. Intel unterstützt mit HDA vor allem die Dolby-Standards wie Dolby Digital Surround EX, Prologic II EX aber auch DTS. HDA wird bis zu acht Audio-Streams mit 192 kHz und einer Auflösung von 24 Bit verarbeiten können, was derzeit auch im Tonstudio Stand der Technik ist. Beim vollen Ausreizen der Funktionen fällt jedoch auch eine beträchtliche CPU-Last an.

Das innovativste Feature von HDA ist Jack-Sensing. Der Anwender muss sich nicht mehr darum kümmern, in welche Buchse er welchen Stecker des Soundsystems steckt. Über eine Messung der Impedanz kann HDA automatisch erkennen, ob beispielsweise ein Tapedeck am Mikrofon-Port angeschlossen ist, oder das Mikro in "Line In" steckt. Die Anschlüsse werden dann per Software umgeschaltet. Laut Intel klappt das in 80 bis 90 Prozent der Fälle. Selbiges gilt auch für die Lautsprecher. Dabei muss der Anwender lediglich per Testton festlegen, welche Box beispielsweise den Front-Speaker stellen soll. Das alles wird über Software der Codec-Hersteller oder das Intel Audio Studio (IAS) gesteuert, das noch zahlreiche weitere Funktionen bietet.

Da Intel mit den Dolby Laboratories sehr eng zusammenarbeitet, fehlt auf den schönen Folien in San Francisco ein für Spieler wichtiges Logo: EAX. Das stammt von Creative Labs, dem schärfsten Konkurrenten von Dolby, wenn es um die Etablierung von Mehrkanal-Standards im PC geht. Dolby-Digital-Signale in Echtzeit zu kodieren, war bisher schlicht zu rechenaufwendig. Während Intel sich zu EAX auf dem IDF sehr zugeknöpft verhält, konnten die HDA-Entwickler dann aber doch die richtige Antwort finden. So sollen die Hersteller der Codec-Chips per Software die Lücke schliessen. Von C-Media war folglich auch zu hören, dass Boards mit ihren Codecs immerhin EAX 1.0 bis 2.0 unterstützen. Für EAX 3.0, meinte C-Media-Vize Len Layton, wolle Creative Labs schlicht keine Lizenzen vergeben.

Natürlich kann man sich auch in Mainboard mit Grantsdale und Alderwood noch eine PCI-Karte stecken, die EAX 3.0 versteht. Dann bezahlt man die HDA-Logik in den Chipsätzen aber ohne jeglichen Nutzen mit.

Zudem dürfte die Marktmacht Intels dazu führen, dass immer mehr Spieleentwickler ihre Sound-Engines auf Dolby-Standards umstellen - und Creative vielleicht mit interessanten Sponsorings dagegenhält. Mehrere konkurrierende Sound-Standards sind jedoch keineswegs im Sinne des Spielers. Nico Ernst


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