Illegales Filesharing - Gericht in Rom ordert Totalsperre von Mega und Mail.ru an

In einem Urteil aus Rom werden italienische Provider dazu verurteilt, 24 Webseiten komplett zu sperren.

von Georg Wieselsberger,
22.07.2014 10:40 Uhr

In Italien wurden Provider dazu verurteilt, den Zugriff auf 24 Webseiten zu sperren, darunter Mega und Mail.ru.In Italien wurden Provider dazu verurteilt, den Zugriff auf 24 Webseiten zu sperren, darunter Mega und Mail.ru.

Der kleine unabhängige Filmverleih Eyemoon Pictures aus Italien hat vor einem Gericht in Rom ein Urteil erreicht, das Provider dazu zwingt, den Zugriff auf gleich 24 komplette Webseiten zu sperren. Über diese Seiten seien die Filme »The Congress« und »Fruitvale Station« noch vor deren Kinostart in Italien verteilt worden. Wie Torrentfreak meldet, befinden sich unter den 24 Webseiten auch bekannte Anbieter wie der Filehoster Mega.co.nz und auch Mail.ru. Das Unternehmen Mail ru bietet zwar ebenfalls FilehosterDienste an, sind aber unter dieser Adresse vor allem auch der größe E-Mail-Provider Russlands, der mit dem Urteil nun blockiert werden soll.

Mega wird laut Aussage des CEOs gegen dieses Urteil vorgehen, da das Unternehmen es Rechteinhabern schnell ermöglicht, illegale Inhalte entfernen zu lassen und dieses Vorgehen den Gesetzen der EU und der USA entspreche. Laut Fulvio Saranza, einem auf Internetrecht spezialisierten Anwalt, handelt es sich bei dem Urteil aufgrund der großen Webseiten, die davon betroffen sind, um die wohl wichtigste Internetsperre dieser Art in Italien.

Die angeordneten Maßnahmen seien aber wohl viel zu weit gegriffen, da in diesem Jahr erst ein Berufungsgericht in Rom gegen Blockaden ganzer Webseiten entschieden hatte, da stattdessen einzelne URLs zu den urheberrechtlich geschützten Inhalten zu sperren seien. Selbst das sei nur dann zulässig, wenn die betroffene Seite mit Urheberrechtsverletzungen Geld verdient. Da das neue Urteil aus Rom öffentlich ist und die zu sperrenden Seiten nennt, dürften viele Filesharer aus Italien wohl nun sogar vom Streisand-Effekt profitieren, da angeordnete Sperren auf einer Webseite zusammengefasst werden. Die Sperren lassen sich durch die Verwendung anderer DNS-Server leicht umgehen.


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