Intel Sandy Bridge - Auslieferungsstopp wegen Chipsatz-Fehler (Update)

Ein Hardware-Fehler zwingt Intel zum Verkaufsstopp der aktuellen Mainboard-Chipsätze. Betroffen sind alle Sockel-1155-Platinen für Intels Sandy-Bridge-Prozessoren.

von Michael Löprich,
02.02.2011 09:56 Uhr

Fehlerhafte Chipsätze legen vorerst den Verkauf von Sockel-1155-Mainboards auf Eis.Fehlerhafte Chipsätze legen vorerst den Verkauf von Sockel-1155-Mainboards auf Eis.

In einer Mitteilung auf der eigenen Website macht Intel darauf aufmerksam, dass die Chipsätze der aktuellen Serie 6 einen Bug haben, der über einen längeren Zeitraum hinweg die Leistung der SATA-2-Ports verschlechtere. Dieser Fehler betrifft alle Mainboards mit dem Sockel 1155 für Intels aktuelle Sandy-Bridge-Prozessoren. Derzeit klärt Intel mit Herstellern von Mainboards und PCs, inwieweit ein Umtausch der Chipsätze zu bewerkstelligen sei.

Der Fehler schleiche sich innerhalb eines großen Zeitraums von etwa drei Jahren ein, so Intel. Die Wahrscheinlichkeit hierfür sei allerdings ausgesprochen gering. Sollte der Bug dennoch auftreten, so erhöhe sich die Fehlerrate bei Datenübertragungen deutlich. Manche Festplatten oder optische Laufwerke könnten sogar nicht mehr erkannt werden. Da es sich um einen schleichenden Prozess handelt, war Intel bei bisherigen Tests diesem technischen Mangel nicht auf die Schliche gekommen. Die Kosten für die Umtauschaktion mit Herstellern prognostiziert Intel auf 700 Millionen US-Dollar. Hinzu komme weiterhin ein Umsatzverlust von etwa 300 Millionen Dollar, da Intel bis zur Auslieferung der überarbeiteten Chipsätze keine weiteren verkaufen kann.

Bisher ist noch nicht bekannt, wie sich ein Umtausch für betroffene Produkte von Endkunden gestaltet. Sollten Sie bereits einen PC mit aktuellem Intel-Chipsatz betreiben, können Sie dem Fehler durch Nutzen der SATA-3-Ports mit 6 GBit/s Datendurchsatz umgehen. Diese weisen den Bug nicht auf und reichen für die meisten Systeme aus.

Update 02.02.2011

Das Problem der aktuellen Intel-Chipsätze für Sandy-Bridge-Prozessoren hat inzwischen dazu geführt, dass mehrere Händler die entsprechenden Mainboards komplett aus dem Sortiment genommen haben. In Deutschland hat sich beispielsweise Alternate zu diesem Schritt entschlossen, während in den USA der große Online-Händler Newegg keine Sandy-Bridge-Mainboards mehr anbietet und sogar Prozessoren aus dem Programm genommen hat, da diese ohne Mainboard keinen Sinn machen.

Die Mainboard-Hersteller reagieren bisher unterschiedlich. So hat Gigabyte laut Anandtech die Auslieferung aller betroffenen Hauptplatinen gestoppt und noch nicht verkaufte Produkte zurückgerufen. Kunden sollten ihre Mainboards austauschen können, sobald die neuen Revisionen der Chipsätze auf neuen Produkten verfügbar sind. Dies wird für April erwartet.

Andere Hersteller haben ihre Auslieferungen gestoppt und raten Besitzern von Sandy-Bridge-Mainboards zurzeit dazu, die SATA-2-Ports nicht zu verwenden und auf weitere Informationen zu warten. Letztlich scheint aber kaum ein Weg am Austausch der betroffenen Mainboards vorbei zu führen. (gw)


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