Intel Coffee Lake - Angebliche Verbote für Mainboard-Hersteller

Intel hat erklärt, warum Prozessoren wie der Core i7 8700K Änderungen im Sockel benötigen. Andere bezweifeln, dass ältere CPUs deswegen nicht funktionieren.

von Georg Wieselsberger,
25.09.2017 07:05 Uhr

Coffee Lake benötigt laut Intel ein neues Mainboard wegen der veränderten Stromversorgung.(Bildquelle: Intel)Coffee Lake benötigt laut Intel ein neues Mainboard wegen der veränderten Stromversorgung.(Bildquelle: Intel)

Update: Laut einem Bericht von Guru3D wäre es doch möglich, auf einem neuen Z370-Mainbord eine aktuelle Kaby-Lake-CPU zu verwenden, doch Intel wolle das schlicht nicht. Mehrere Mainboard-Hersteller hätten bestätigt, dass es keinen technischen Grund für die fehlende Unterstützung gäbe, sondern nur eine Einschränkung durch das BIOS.

Intel zwinge die Hersteller, nur Coffee-Lake-Prozessoren auf diesen Mainboards zu unterstützen. Laut einigen Aussagen würden nur vorhandene Extra-Pins für eine zusätzliche Stromversorgung bei Coffee Lake verwendet. Zu einem dann wohl möglichen, späteren BIOS-Update hätten die Hersteller nichts sagen wollen.

Der eigentlich für den 05. Oktober vorgesehene Termin für die offizielle Vorstellung der Coffee Lake-CPUs mit allen technischen Details wurde gleichzeitig überraschend vorgezogen. Dabei bestätigen sich die bislang bekannten Daten weitgehend, Testmuster lassen aber noch auf sich warten, was auch für uns gilt. Spätestens am 05. Oktober sollte der Test des Core i7 8700K aber auf GameStar.de erscheinen.

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Sockel ist mechnisch identisch

Seit einigen Wochen ist schon bekannt, dass Intel für die neuen Coffee-Lake-Prozessoren wie den Core i7 8700K oder den Core i5 8600K zwar den Sockel 1151 verwenden wird, aber dieser Sockel nur mechanisch identisch ist. Wir hatten damals schon die Vermutung geäußert, dass Intel wohl für Sechskerner wie den Core i7 8700K eine bessere Stromversorgung benötigt und das hat das Unternehmen laut einem Bericht von Videocardz nun auch bestätigt.

"Um das Beste aus einem Sechskern-Prozessor herauszuholen, waren Änderungen an unseren Mainboards notwendig, insbesondere um eine verbesserte Stromversorgung für neue Sechskern-Prozessoren liefern zu können."

300er-Chipsatz zwingend notwendig

Außerdem habe Intel die Gelegenheit genutzt, um die Übertaktungsmöglichkeiten zu verbessern, indem die Stromversorgung für die gesamte CPU verbessert wurde. Auch das habe Änderungen am Mainboard notwendig gemacht, ebenso wie die auf 2.666 MHz erhöhte Geschwindigkeit des Arbeitsspeichers. Daher müssten die neuen Prozessoren zusammen mit einem Mainboard mit einem Chipsatz der 300er-Serie verwendet werden.

Allerdings, so Videocardz, bedeutet das für dieses Jahr, dass auch die günstigeren Coffee-Lake-CPUs nur mit teureren Z370-Mainboards arbeiten, da kleinere Chipsätze wie H270 oder B360 erst für 2018 geplant seien. Das könnte Käufer auf der Suche nach einem günstigen Upgrade vielleicht etwas abschrecken.

Intel will künftig mehr Details verschweigen

Der integrierte Grafikkern in den Coffee-Lake-Prozessoren sei zwar schneller als bisher, doch intern absolut identisch mit den Vorgängern. Intel habe die iGPU der Prozessoren schlicht übertaktet. Außerdem würden die Aussagen von Intel immer noch nicht erklären, warum aktuelle Quadcores wie der Core i7 7700K nicht auf Z370-Boards funktionieren. Immerhin gibt es auch in der Coffee-Lake-Serie Quadcores.

Wenn Intel aber tatsächlich die Belegung von Pins verändert hat, gibt es dafür schlicht keine Möglichkeit mehr, auch wenn die Entscheidung an sich laut Videocardz für viele Tester unverständlich ist. Intel hätte trotzdem wohl besser einen ganz neuen Sockel verwendet, um Verwirrung zu vermeiden.

Ein weiterer Kritikpunkt für Technik-Experten ist, dass Intel ab sofort nicht mehr bekanntgeben will, auf welche Taktraten einzelne Prozessor-Kerne im Turbo-Modus angehoben werden. Sogar die Größe der CPU-Dies will Intel in Zukunft verschweigen, obwohl diese Informationen letztlich ohnehin bekannt werden, da sie sich auslesen beziehungsweise messen lassen.

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