Intel »Sandy Bridge« - Besser übertaktbar, ab Januar? (Update)

Aus China stammt die Information, dass Intel die nächste CPU-Generation mit 2000er-Nummern versehen wird.

von Georg Wieselsberger,
23.07.2010 10:59 Uhr

Schon länger ist inoffiziell bekannt, dass Intel auch bei der nächsten Prozessor-Generation »Sandy Bridge« die bekannten Bezeichnungen Core i3, Core i5 und Core i7 verwenden wird.

Die chinesische Webseite Xfastest behauptet nun, dass die neuen Prozessoren 2000er-Modellnummern besitzen werden, während die bisherigen CPUs bisher nur bis zum Core i7 980X reichen.

Am unteren Ende der Skala steht demnach der Core i3 2100 mit 3,1 GHz, zwei Kernen und 3 MByte L3-Cache, während der Core i7 2600 mit 3,4 GHz als Quadcore mit 6 MByte L3-Cache das vorerst schnellste Modell darstellt.

Die Bezeichnungen lassen noch viel Platz für weitere Modelle. Ob auch die geplanten CPUs mit acht Kernen in dieses Schema passen oder als Core i9 erscheinen, bleibt aber weiter unklar.

Update 14.07.2010

Intel wird die Produktion der neuen Sandy-Bridge-Prozessoren schneller als geplant ausbauen und rechnet laut einer Meldung von PC World noch in diesem Jahr mit Einnahmen durch die neue CPU-Generation.

Die Reaktionen von Kunden, die bereits erste Muster von Intel erhalten haben, fielen laut Intel-Chef Paul Otellini so positiv aus, dass Intel nun sogar mehr Geld in die Produktion der neuen Prozessoren investieren wird. Man habe den Ausbau der 32nm-Produktion beschleunigt, so Otellini, den auch persönlich seit Jahren kein Produkt von Intel so begeistert habe wie Sandy Bridge. Wann genau Intel die ersten Prozessoren der neuen Generation veröffentlichen wird, bleibt aber weiterhin unklar.

Update 22.07.2010

Wie HKEPC meldet, wird Intel seine neue Prozessor-Generation Sandy Bridge auf der Consumer Electronics Show (CES) vorstellen, die vom 6. bis 9. Januar in Las Vegas stattfindet. Einige neue Details sind aber bereits durchgesickert.

Die Quadcore-Versionen der Mittelklasse besitzen eine maximale TDP von 95 Watt und sind grundsätzlich nicht mehr so stark eingeschränkt wie bisherige Intel-Prozessoren, was die Möglichkeiten des Übertaktens betrifft. So soll der Multiplikator beliebig wählbar sein, allerdings sind die Verhältnisse der einzelnen Bustakte des Systems weiterhin begrenzt. Eine Ausnahme dabei stellt der Takt des DDR3-Speichers dar, der nun mit bis zu 2.133 MHz unterstützt wird und noch besser zu übertakten sein soll.

Die High-End-Versionen von Sandy Bridge, die sogar noch nicht existierenden DDR3-Speicher mit 2.666 MHz unterstützen, verwenden wie bereits gemeldet den neuen Sockel LGA2011, während die kleineren Versionen in den ebenfalls neuen Sockel LGA1155 passen.

Offizielle Informationen von Intel dürfte es wohl frühestens am 13. September auf dem Intel Developer Forum in San Francisco geben. Intel hat bereits bestätigt, dass die neuen Prozessoren zu den Themen der Veranstaltung gehören.

Update 23.07.2010

Zu einem ganz anderen Schluss, was die Übertaktbarkeit der Sandy-Bridge-Prozessoren betrifft, kommt bit-tech.net. Zwar sind die Verhältnisse der einzelnen Busgeschwindigkeiten wie gemeldet bei den neuen Prozessoren je nach Version komplett oder großteils frei einstellbar, doch das Ganze hat anscheinend einen Haken. Der Taktgeber für den grundlegenden Systemtakt von 100 MHz, aus dem sich alle anderen Geschwindigkeiten ableiten, befindet sich nicht mehr auf dem Mainboard, sondern im neuen Intel P67-Chipsatz.

Ausschnitt einer Intel-Präsentation.Ausschnitt einer Intel-Präsentation.

Die Intel-Präsentation in diesem Video enthält zum Thema Übertakten die Anmerkung »Limited Base Clock margining vs. previous generation«, was nichts anderes bedeutet, dass sich der Grundtakt nicht mehr so stark verändern lässt wie bisher.

Laut bit-tech.bet reicht eine Erhöhung auf nur 105 MHz aus, um Probleme mit USB- und SATA-Anschlüssen zu bekommen, die dann außerhalb ihrer Spezifikation betrieben werden. Versuche, eine asynchrone Taktgebung zu erreichen, sind bisher gescheitert und auch Mainboard-Hersteller machen sich Sorgen.

Denn obwohl der Ansatz von Intel den Aufbau der Mainboards vereinfacht, haben die Hersteller weniger Möglichkeiten, ihre Produkte mit speziellen Features auszustatten oder deren Funktionen zu bestimmen. Damit würden sich die Angebote weit weniger voneinander unterscheiden als bisher.

Auch Übertakter könnten ihre Systeme nicht mehr bis ins Detail ausreizen, sondern müssten sich mit den von Intel erlaubten Einstellungen begnügen. Von da ist es nur noch ein kleiner Schritt dazu, Veränderungen noch weiter einzuschränken, wenn bei Sandy Bridge der große Aufschrei ausbleibt. Ansonsten dürfte sich AMD über die Entscheidung von Intel freuen – sofern man dort für die Bulldozer-CPU und dessen zukünftige Chipsätze nicht ähnliche Pläne hat.


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