Intel : 1,06 Milliarden EU-Strafe - Einspruch schon angekündigt

Die EU hat Intel zur höchsten Strafe verurteilt, die je ausgesprochen wurde: 1,06 Milliarden Euro wegen jahrelangem, wettbewerbswidrigem Verhalten.

von Georg Wieselsberger,
13.05.2009 13:35 Uhr

Wie erwartet hat die EU ihre Entscheidung im Kartellrechts-Verfahren gegen Intel heute bekanntgegeben und Intel zu einer Strafzahlung von 1,06 Milliarden Euro verurteilt. Außerdem wurde Intel angewiesen, sämtliche illegalen Praktiken, die im Verfahren untersucht und laut EU erwiesen wurden, sofort einzustellen.

Laut der Entscheidung hat Intel von Oktober 2002 bis Dezember 2007 Händlern gänzlich oder teilweise versteckte Rabatte gewährt, unter der Bedingung alle oder die meisten Prozessoren von Intel zu erwerben. Im Falle Media Markt wurde die Handelskette laut EU sogar direkt dafür bezahlt, nur Intel-Systeme zu verkaufen.

Dieses Vorgehen von Intel sei gegen Wettbewerb und Innovation gerichtet. Gegen Rabatte sei nichts einzuwenden, sofern die nicht mit wettbewerbsschädigenden Bedingungen verknüpft wären. So habe Intel aber durch sein gezieltes Handeln Konkurrenten jahrelang aus dem Markt verdrängt und Millionen von Verbrauchern in Europa geschädigt. So ein lang anhaltender und ernsthafter Verstoß gegen die Wettbewerbs-Regeln könne nicht toleriert werden.

Intel hat nun drei Monate Zeit, die Summe zu bezahlen, will dies aber natürlich verhindern und Einspruch einlegen. Man widerspreche der Entscheidung energisch, sie sei falsch und ignoriere die Realitäten des Wettbewerbs im Prozessormarkt. Es habe absolut keinen Schaden für Verbraucher gegeben und man habe keine Gesetze verletzt. Man werde sich aber während der Zeit bis zu einer Entscheidung des Einspruchs an das Urteil der EU halten.

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