Internet - CDU-Politiker fordert »Vermummungsverbot«

Der CDU-Politiker Axel Fischer will gegen Pseudonyme im Internet vorgehen.

von Georg Wieselsberger,
16.11.2010 15:07 Uhr

Der Unions-Politiker fordert auf seiner Facebook-Seite ein »Vermummungsverbot im Internet«, denn es könnte »nicht sein, dass sich viele Bürger in Foren oder anderen Einrichtungen des Netzes hinter selbstgewählten Pseudonymen verstecken und sich so vermeintlich jeglicher Verantwortung für Äußerungen und Verhalten entziehen«.

Darunter würden die Qualität von Foren und Blogs leiden, aber auch die Nutzer dazu verleitet, Dinge zu schreiben, die sie hinterher bereuen könnten. Doch Fischer fordert noch mehr: die Einführung von »Radiergummis« für das Internet, die Inhalte nach einer gewissen Zeit löschen. Begründung: » Kein Vermummungsverbot ohne Radiergummi, sonst entsteht ein Ungleichgewicht. Wie im täglichen Leben auch, muss jeder prinzipiell die Möglichkeit haben, veröffentlichte Informationen zurück zu holen«, so Fischer, der als Vorsitzender der Enquêtekommission Internet und digitale Gesellschaft des Deutschen Bundestages als Experte gilt.

Die Reaktionen auf die Forderungen, die im Netz und auf Facebook fast durchweg negativ ausfallen, schreibt Fischer, dass es schon Zeitungen gäbe, »die dies machen«. Seine Forderung sei nicht neu, aber es sei spannend, »wer sich jetzt aufregt und mich bewusst falsch interpretiert«.

Anscheinend spielt Alex Fischer nicht World of Warcraft, ansonsten hätten die Reaktionen dort auf den geplanten Klarnamen-Zwang seine Ansichten vielleicht geändert. Wie ein »Radiergummi« in einem weltweiten Netz mit Internet-Archiven, Caches, Server-Backups und privaten Sicherungen funktionieren soll, ist ohnehin schleierhaft.

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