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Seite 2: Interview mit Uwe Schünemann - Herstellungs- und Verbreitungsverbot für "Killerspiele"

»Wir müssen handeln...«

GameStar Laut Dieter Wiefelspütz (SPD) zeugt diese Debatte von »Hilflosigkeit bei uns Politikern«. Was antworten Sie darauf?

Uwe Schünemann Herr Wiefelspütz beschreibt seine eigene Befindlichkeit. Für mich gilt diese Aussage nicht. Solche Geständnisse bringen uns nicht weiter. Jetzt heißt es ganz klar: Wir müssen handeln, und zwar auf mehreren Feldern. Das Verbot von Killerspielen ist dabei nur ein Punkt, aber kein unwichtiger. Die Probleme, die dieser Amoklauf erneut aufzeigt, sind vielschichtig, wir müssen genau hinschauen, analysieren und danach handeln. Dass die Medienkompetenz von Eltern und Jugendlichen gestärkt werden muss, ist, glaube ich, allen klar. Hier müssen Programme entwickelt werden, die möglichst anschaulich Hilfestellungen im Umgang mit beispielsweise Internet, Gewalt in Medien und Computerspielen geben. Auch die Schulen müssen sich noch stärker einbringen. Auch dass wir den Eltern und Jugendlichen verstärkt Psychologen und Hilfen an die Hand geben müssen, sollte deutlich geworden sein. Wir müssen alle sensibler werden.

GameStar Kann es nicht sein, dass der Täter von Emsdetten andere Inspirationsquellen hatte? Darunter das Massaker an der Columbine-Schule (1999), für das er sich unter anderem in Internet-Foren interessierte?

Uwe Schünemann Natürlich hat die Tat mehrere Ursachen. Es ist auch bekannt, dass der Täter von Emsdetten sich intensiv mit dem Massaker an der Columbine-Schule auseinander gesetzt hat. Wie gesagt, das Problem ist vielschichtig. Aber immer nur zu beteuern, die brutalen Computerspiele hätten nichts damit zu tun, ist keine Lösung. Alle Amokläufer, auch der aus den USA, haben zum Beispiel gemeinsam, dass sie über längere Zeit und mit hoher Intensität Killerspiele konsumiert haben. Das Erkennen von Zusammenhängen ist wichtig, und darin sind auch Killerspiele einzubeziehen.

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