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Seite 3: Interview mit Uwe Schünemann - Herstellungs- und Verbreitungsverbot für "Killerspiele"

»Killerspiele haben in der Hand von Jugendlichen nichts zu suchen«

GameStar Der Psychologe und Traumaforscher Christian Lüdke sagt im ARD-Nachtmagazin vom 22.11., niemand werde zum Amokläufer wegen eines Computerspiels. Er führt an: "Die Spiele an sich sind nicht gefährlich. Diese Täter suchen sich solche Spiele aus, weil sie zu ihren inneren Fantasiewelten passen. Verhindern kann man solche Taten nur frühzeitig -- wenn es Personen im Umfeld gibt, die auf Verhaltensänderungen achten.« Der Täter greift also erst zum Spiel, wenn er schon frustriert ist. Greift ein Verbot dann nicht ins Leere?

Uwe Schünemann Ein Verbot greift nicht ins Leere. Dr. Bert te Wild, Oberarzt an der Medizinischen Hochschule in Hannover, Abteilung Klinische Psychiatrie, und Autor einer Studie über die Abhängigkeit vom Internet und Computerspielen, hat am 21.11.2006 in den ARD-Tagesthemen sinngemäß gesagt, dass er für ein Verbot von Killerspielen stimmen würde. Auf den aktuellen Fall angesprochen, machte er die Aussage, dass der 18-Jährige womöglich noch leben könnte, wenn seine Probleme rechtzeitig erkannt worden wären -- und er diese Spiele nicht konsumiert hätte. Natürlich wird nicht jeder, der solche Spiele spielt, deshalb zum Amokläufer. Solche Killerspiele haben jedoch nichts in der Hand von Kindern und Jugendlichen zu suchen. Kinder und Jugendliche müssen nicht lernen, dass sie Punkte dafür bekommen, wenn sie möglichst brutal mit einer Kettensäge eine Frau durchtrennen. Es herrscht auch unter den Wissenschaftlern Einigkeit darüber, dass brutale Computerspiele die Gewaltbereitschaft ihrer Nutzer steigern können.

GameStar Die Zahl der Schulpsychologen ist in den letzten Jahren drastisch gefallen, es kommt gerade mal ein Seelsorger auf 12.500 Schüler. Lenkt die Debatte um »Killerspiele« nicht von dieser eigentlichen Problematik ab?

Uwe Schünemann Richtig ist, dass die Ursachen für solche Taten oft nicht alleine bei einem Umstand liegen. Killerspiele sind ein wichtiger Baustein und wir müssen das Puzzle jetzt zusammenfügen. Nur dürfen wir bei dieser Diskussion nicht außer Acht lassen, dass Killerspiele zu diesem Phänomen beitragen. Und deshalb muss die Debatte um Killerspiele endlich entschieden werden. Die Diskussion lenkt nicht ab, weil wir uns den anderen Problemen mit genauso intensiv widmen müssen und werden. Wir alle sind hier gefordert. (GR)

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