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Interview mit Uwe Schünemann - Herstellungs- und Verbreitungsverbot für "Killerspiele"

Der Innenminister von Niedersachsen fordert ein Herstellungs- und Verbreitungsverbot für so genannte »Killerspiele«. Niedersachsen bereitet bereits eine entsprechende Bundesratsinitiative vor. Wir sprachen mit Herrn Schünemann über seine Gründe.

von Michael Graf,
01.12.2006 10:56 Uhr

Uwe Schünemann (CDU), der Inneminister von Niedersachsen.Uwe Schünemann (CDU), der Inneminister von Niedersachsen.

GameStar Was ist das, ein »Killerspiel«?

Uwe Schünemann Das sind Gewalt verherrlichende Computerspiele, in denen menschenverachtende Szenen gezeigt werden. Das Töten von Menschen ist Sinn und Inhalt dieser Spiele. Ich meine Computerspiele, in denen zum Beispiel Passantinnen hinterrücks mit einem Messer die Kehle durchgeschnitten wird, in denen Gliedmaßen mit einer Kettensäge abgetrennt werden, in denen Blut spritzt oder man Blutlachen sieht. Als Beispiele möchte ich die Spiele GTA San Andreas und Der Pate anführen. Auch hinter dem Begriff »Strategiespiele« verstecken sich teilweise Killerspiele: Es wird strategisch getötet, um das nächste Level zu erreichen. Viele, die darüber sprechen, haben diese Szenen in den Computerspielen noch nie gesehen -- ich schon.

GameStar Was bringt ein Verbot von »Killerspielen«?

Uwe Schünemann Wir setzen mit einem Verbot klare Zeichen. Erstens gegenüber den Herstellern: Wir wollen solche überflüssigen und schädlichen Spiele nicht -- und erst recht nicht, dass Zehn- bis Zwölfjährige sie in den Läden kaufen können. Wir setzen auch Zeichen an die Eltern, dass sie sich kümmern müssen, welche Spiele ihr Kind eigentlich auf der Festplatte hat. Ein Verbot steckt immer den Rahmen ab und dient in unserer Gesellschaft insbesondere Eltern und Jugendlichen als Messlatte. Wir müssen uns auch gesellschaftlich entscheiden: Wollen wir solche Spiele oder nicht? Und eins haben die Erfahrungen der vergangenen Jahre gezeigt: Wenn diese Killerspiele nicht von den Unternehmen auf dem legalen Markt beworben werden können, schwindet der Absatz und damit auch der Umsatz drastisch.


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