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Interview mit Prof. Winfred Kaminski

Videospiele werden im aktuellen Zusammenhang mit einer Reihe von Gewaltverbrechen Jugendlicher sehr kontrovers diskutiert. Die Meinungen dazu gehen weit auseinander. Im Interview äußert sich Professor Winfred Kaminski, Medienpädagoge an der FH Köln.

von GameStar Redaktion,
01.03.2007 15:30 Uhr

1) Was fasziniert die Menschen an Computerspielen?

Die Faszinationskraft von Computerspielen unterscheidet sich kaum von der anderer Spiele. Ich kann körperliche, seelische und intellektuelle Grenzen austesten, was gleichzeitig heißt: Gewinnen oder verlieren. Dies alles hat – so lange es Spiel bleibt – keine nachteiligen Folgen.

2) Wie wirken Computerspiele?

Über die Wirkung von Computerspielen existieren meines Erachtens vor allem Vermutungen, bestenfalls Annahmen. Weder die Manipulationsthese, noch die ältere Katharsis-These reichen aus, um Wirkungen von Spielen zu erfassen. Meiner Meinung nach darf die bewusste Entscheidung eines Spielers für oder gegen ein Spiel nicht unterschätzt werden. Sie planen in der Regel, wo, was und mit wem sie spielen wollen. Gewöhnlich spielen sie mit jemandem zusammen oder auch gegeneinander, wodurch das Spiel zu einem sozialen Ereignis wird. Dieser entscheidende Faktor federt jede Einwirkung ab und mäßigt sie. Wir sollten die Spieler als mündige Menschen ansehen, genauso wie wir das bei Lesern, Kinogängern oder Musikfans ja auch tun.

3) Wieso gibt es so wenige wissenschaftliche Untersuchungen über die Wirkung von Computerspielen?

Hier muss ich korrigieren: Es gibt viele Studien zur Wirkung von Computerspielen; nur sind die meisten methodologisch unzulänglich und weder valide noch verlässlich. Uns fehlen gute Studien über Computerspiele und das Computerspielen, was nicht das Gleiche ist.


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