iPod & iPhone - Explodierte iPhones in Frankreich (Update)

Apple scheint Berichte über defekte iPods möglichst außerhalb des Rampenlichts halten zu wollen. Wie in einem Fall nun bekannt wurde, erhielt der Käufer eines explodierten iPod Touch ein Angebot zur Erstattung des Kaufpreises - wenn er darüber schweigt.

von Georg Wieselsberger,
29.08.2009 11:45 Uhr

Times Online berichtet über einen Fall, bei dem ein iPod Touch wärmer wurde und anschließend explodierte. Zum Glück hatte der Vater der 11 Jahre alten Besitzerin den iPod vor der Explosion wegen der Temperatur und einem zischenden Geräusch bereits aus der Hintertür geworfen.

Nachdem Apple und der Händler kontaktiert worden waren, erhielt die Familie einen Brief von Apple, der jede Verantwortung ablehnte, aber die Rückzahlung des Kaufpreises anbot – unter der Bedingung, über diese Vereinbarung unter Androhung von Schadensersatz Schweigen zu bewahren. Die Familie weigerte sich, zu unterschreiben und hält die Forderung von Apple für »mies«.

Laut Times soll eine amerikanische Reporterin 800 Seiten derartiger Fälle von der Consumer Product Safety Commission (CPSC) erhalten haben, nachdem sie über Monate von Apples Rechtsanwälten daran gehindert worden war.

Update 14. August 2009

Ein weiterer Fall wurde nun in Frankreich bekannt, bei dem ein iPhone auf ähnliche Weise wie der iPod Touch zunächst ein zischendes Geräusch von sich gab, bevor der LCD zerbrach und Glassplitter in alle Richtungen flogen.

Der französische Teenager hatte aber Glück im Unglück und wurde dabei nur leicht am Auge verletzt, als einige Splitter auch im Gesicht des Jungen landeten. Die Mutter hat Apple wegen des Vorfalls kontaktiert.

Update 19. August 2009

Die EU-Kommission hat aufgrund der Vorfälle Apple und alle EU-Mitgliedsstaaten kontaktiert und Informationen über mögliche Probleme mit iPods oder dem iPhone angefordert. Apple hat schnell darauf reagiert und ist laut einer Sprecherin der EU der der Ansicht, dass die gemeldeten Probleme Einzelfälle seien, für die man jede mögliche Ursache feststellen wolle. Man glaube aber nicht an ein generelles Problem.

Zuvor war ein im niederländischen iPhone-News-Blog, einer dem Gerät durchaus zugeneigten Webseite, veröffentlichter Fall aus dem Juli 2009 bekannt geworden, bei dem sich ein iPhone durch einen Autositz brannte.

Update 27. August 2009

Wie Fudzilla meldet, wurden in Frankreich inzwischen zehn neue Fälle »explodierender iPhones" gemeldet, wobei in einem Fall sogar eine Augenverletzung verursacht wurde. Frankreich hat nun eine eigene Untersuchung gestartet, um herauszufinden, ob das iPhone gefährlich ist.

Die französische Verbraucherschutz-Organisation UFC-Que Choisir hat Apple aufgefordert, offen die möglichen Risiken von iPods und iPhones darzulegen.

Update 29. August 2009

Apple hat zu den Vorfällen Stellung genommen und behauptet, dass die in Frankreich »explodierten« iPhones keine Probleme mit überhitzten Batterien gehabt hätten. Vielmehr hätte bei allen Geräten, die Apple gesehen habe, eine »Kraft von außen« zu den Problemen geführt.

Es gäbe keinen bestätigten Fall von überhitzten Batterien beim iPhone 3GS und die gesamte Anzahl an gemeldeten Fällen sei einstellig, so Apple.

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