Iron Man 2 - Runde 2 für den Eisenmann

Die Comic-Verfilmung Iron Man 2 versprach einer der aufregendsten Filme des Jahres zu werden. Versprechen gebrochen?

von Christian Mester,
07.05.2010 18:30 Uhr

Als Iron Man 2008 zum ersten Mal über die Kinoleinwände jagte, brillierte Robert Downey Jr. als arroganter, aber gleichzeitig sympathischer Schnösel/Held. Mit seiner exzentrischen, teils kindischen Art sorgte er für jede Menge Lacher. Es machte einfach Spaß diesem selbstverliebten Waffennarr bei seiner Verwandlung vom rücksichtslosen Geschäftsmann zum mutigen Helden zuzusehen. Jetzt folgt mit Iron Man 2 die Fortsetzung.

Die Story

Sechs Monate nach den Ereignissen des ersten Iron Man-Films ist Tony Stark (Robert Downey Jr.) genervt und krank. Genervt, weil das US-Militär händeringend versucht an die Technik seines Iron-Man-Kampfanzuges heranzukommen. Krank, weil ihn der mächtige Magnet, den er seit seinem Karrierestart als Iron Man in der Brust trägt langsam vergiftet. Und damit nicht genug der Quälereien. Nebenher soll sich Tony zudem noch um die jährliche Stark EXPO kümmern, eine riesige Technik-Messe, auf der neue Erfindungen und Waffen präsentiert werden.

Die wirkliche Gefahr kommt diesmal aber von außen: Der russischer Erfinder Ivan „Whiplash“ Vanko (Mickey Rourke) sinnt auf Rache. Weil Tonys alter Herr den Vater von Whiplash einst in den Ruin stürzte, will dieser nun Tony an den Kragen – nicht nur finanziell. Dafür baut sich der geniale Tüftler einen eigenen Kampfanzug, der mit den namensgebenden Laserpeitschen daher kommt.

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Nebenher bekommt Tony auch noch Ärger mit seinem gefährlichen Konkurrenten Justin Hammer (Sam Rockwell) und der hübschen Spionin Black Widow (Scarlett Johansson). Zum Ausgleich schließt sich ihm sein bester Freund Rhodey (Don Cheadle) als zweiter Iron Man »War Machine« an.

Die Umsetzung

Die Inhaltsangabe lässt es bereits vermuten: Iron Man 2 ist voll gestopft, um nicht zu sagen überladen. Unterm Strich hat es Tony gleich mit vier Konflikten zu tun, die ihn eigentlich überfordern sollten, es aber nicht tun.

Robert Downey Jr. spielt den Iron Man.Robert Downey Jr. spielt den Iron Man.

Im Gegenteil: Tony löst alle Probleme mit einem gleichgültigen Schulterzucken. Wirklich spannend ist das für den Zuschauer nicht. Als genialer Tüftler erfindet er mal eben ein neues chemisches Element und als Iron Man besiegt er angeblich gefährliche Gegner mit solch einer Leichtigkeit, dass man sich fragt, warum er überhaupt Unterstützung von War Machine bekommt.

Verglichen mit anderen Comic-Fortsetzungen wie Spider-Man 2, X-Men 2 und The Dark Knight, die ihre Helden vor immer größere Herausforderungen stellten, ob nun körperlich oder moralisch, fehlen Iron Man Herausforderungen, an denen die Figur wachsen kann.

Hinzu kommt, dass der Film seinen Charakteren keine Zeit lässt – kein Wunder bei der Menge an Hauptrollen. Es hätte Iron Man 2 beispielsweise deutlich besser getan, wenn man mehr von Whiplash sehen würde, der hier eindeutig zu kurz kommt. War Machine bleibt hingegen überflüssig.

2:20

Zugegeben, bei einem Actionspektakel wie Iron Man 2 geht es in erster Linie weniger um Story und Figuren sondern um Effekthascherei. Und hier übertrifft die Fortsetzung das Original, während der Humor auf konstant hohem Popkornkino-Niveau bleibt. So schafft es Iron Man 2 erneut Robert Downey Jr. famos in Szene zu setzten, während die anderen Darsteller zumindest ein »gut«, manche sogar ein »sehr gut« ins Notenheft geschrieben bekommen.

Fazit

Christian Mester (bereitsgesehen.de): Trotz der nicht zu leugnenden Kritikpunkte ist Iron Man 2 spaßige Kinounterhaltung, flott geschnitten und mit viel Witz. Das Gesamtpaket kommt zwar nicht ganz an die Qualität des Originals heran, die hervorragend umgesetzten Actionszenen und interessanten Gegenspieler machen Iron Man 2 aber letztendlich doch zur Kino-Empfehlung. Und ganz wichtig: Unbedingt den Abspann durchlaufen lassen und bis zum Ende im Kino sitzen bleiben!


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