iTunes wird ab 7. April teurer - Experten erwarten PR-Albtraum

Apple erhöht in den USA die Preise in iTunes.

von Georg Wieselsberger,
30.03.2009 10:27 Uhr

Laut der Chicago Tribune wird Apple die Preise vieler Hit-Singles und ausgewählter älterer Songs in iTunes ab 7. April in den USA auf 1,29 US-Dollar erhöhen. Als Quelle nennt die Zeitung leitende Angestellte der Musikindustrie. Mit dieser Preiserhöhung durchbricht Apple die psychologisch wichtige Grenze von 99 US-Cent nach oben, wird aber bei anderen, eher unbeliebten Liedern den Preis vermutlich auf bis zu 69 Cent senken und damit ein variables Preissystem einführen. Hintergrund ist der Versuch der Musikindustrie, mehr Gewinn durch digitale Downloads zu erreichen und damit sinkende CD-Verkäufe auszugleichen. Es sollen auch Download-Pakete angeboten und Kunden so dazu gebracht werden, mehr Geld für Musik auszugeben.

Experten, wie der ehemalige EMI-Angestellte Ted Cohen sehen in der Aktion dagegen einen "PR-Albtraum". Die Kunden würden nur die Preiserhöhungen wahrnehmen und dies mitten in einer Rezession. Preissenkungen für Lieder, die ohnehin kaum jemand kaufe, würden ignoriert. Für die Musikindustrie könnte diese Strategie daher die gleichen Folgen haben wie die hohen Manager-Boni für Firmen, die wegen der Wirtschaftskrise Staatshilfen erhalten haben, so Cohen.

Auch Marktforscher sehen den Schritt eher negativ, denn ein höherer Preis würde Spontan-Käufe verhindern. Statt die Kunden unter Druck zu setzen, die ohnehin bereit sind, Geld für Musik auszugeben, sollte man eher die Preise senken, um neue Kunden anzulocken. Wann und ob die neue Verkaufsstrategie in Europa umgesetzt wird, ist noch unbekannt.

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