Jagged Alliance 3 - Wir haben's gespielt

Am E3-Stand des russischen Entwicklers Akella haben wir eine frühe Vorabversion der Rundentaktik-Fortsetzung angespielt.

von Frank Maier, Heiko Klinge, Michael Graf,
13.07.2007 04:26 Uhr

»Schaut nicht auf die Grafik! Die habt ihr nie gesehen!«, ruft Oleg Klapovsky, der International Projects Director des russischen Entwicklers Akella. Wir spielen gerade Jagged Alliance 3, den nächsten Sproß der kultigen Rundentaktik-Reihe. Und dessen Grafik wirkt, nun ja, eher zweckmäßig. Das soll sich laut Klapovsky aber noch ändern, schließlich befindet sich das Spiel nicht einmal in der Alpha-Phase. Das heißt: Es dauert noch mindestens eineinhalb Jahre, bis Jagged Alliance 3 erscheint.

Wie in den Vorgängern befrieden wir in Jagged Alliance 3 mit unserer Söldnertruppe einen fiktiven, in Sektoren aufgeteilten Bananenstaat. Dabei gibt es kein vordefiniertes Endziel; wer mag, spielt einfach frei drauflos und erforscht die Spielwelt. Die Krieger sollen allesamt individuelle Persönlichkeiten sowie Talente haben, im Spielverlauf gewinnen sie wie gehabt Erfahrung und verbessern so ihre Fertigkeiten -- etwa die Zielgenauigkeit mit schweren Waffen oder die Heilkunst. Davon war in der E3-Version freilich noch wenig zu sehen. Stattdessen durften wir mit drei komplett ausgebauten Supehelden ein von Feinden bestztes Haus räumen.

Erste Erkenntnis: Das Interface sieht genauso aus wie früher, quillt also über mit kleinen Befehlssymbole für die Helden. So ruft Jagged Alliance 3 zwar nostalgische Wehmut hervor, aber auch Fingerkrämpfe. Denn moderne Benutzeroberflächen sind schlanker und komfortabler. »Wir arbeiten dran«, sagt Klapovsky.

Zweite Erkenntnis: Die Umgebung wird komplett zerstörbar sein, per Granate sprengen wir ein Loch in eine Wand. So öffnen wir alternative Wege in Gebäude.

Dritte Erkenntnis: Die rundenbasierten Kämpfe spielen sich wie zuvor, zum Beispiel kosten Aktionen à la »Hinlegen« oder »Schießen« nach wie vor Punkte, von denen jeder Held pro Runde nur eine begrenzte Anzahl zur Verfügung hat. Apropos hinlegen und schießen: Liegende Söldner feuern zielsicherer als stehende.

Vierte Erkenntnis: Der Stil erinnert frappierend an die Rundentaktik-Serie Silent Storm. Etwa die roten Schemen, die bislang verborgene, aber hörbare Feinde kennzeichnen. Oder die Form des Mauszeigers, wenn Sie ein Ziel anvisieren. Oder die Animationen der Söldner, die etwa Treppengeländer überspringen oder durch offene Fenster klettern. »Das liegt daran, dass wir Jagged Alliance 3 zunächst auf Basis der Silent-Storm-Engine entwickelt haben«, erklärt Klapovsky. »Unsere Techniker erweitern dieses Grundgerüst aber täglich. Ich bin sicher, das fertige Spiel wird viel besser sein als Silent Storm.«

Fazit: Ob Jagged Alliance 3 ein gutes Spiel wird, können wir noch nicht abschätzen. Falls es Akella aber schafft, die klassischen Jagged Alliance-Tugenden wie die offene Spielwelt und die individuellen Söldner mit einem modernern Interface sowie schöner Grafik zu verbinden -- dann dürfte auch der dritte Serienteil Rundentaktikern schlaflose Nächte bescheren.

Genre:

Jagged Alliance 3

Publisher:

Strategy First (US)

Entwickler:

Akella

Release:

4. Quartal 2008


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