Jedi verklagt Supermarkt - »Diskriminierung meines Glaubens«

Bei der letzten Volksbefragung in England, Wales und Nordirland regte Protest. E-Mails riefen dazu auf, als Religion Jedi anzugeben und sei es nur, um zu nerven. Bei 10.000 Jedis müssten die Behörden Jedi als Religion sogar offiziell anerkennen.

von Georg Wieselsberger,
22.11.2009 14:53 Uhr

Das traf zwar nicht zu, wie das Innenministerium schnell klarstellte, doch als sich viele Briten dafür einsetzten, dass Jedi bereits bei der Befragung als Religion aufgeführt wird, gab das Ministerium nach, ohne jedoch damit eine neue Religion anzuerkennen. Bei der Befragung im Jahr 2001 bezeichneten sich immerhin 390.000 Teilnehmer als Jedi, das sind 0,7 Prozent der Bevölkerung. In zwei Orten wurden 2,6 Prozent erreicht, in den Universitäts-Städten Cambridge und Oxford 1,9 und 2 Prozent. Auch eine »Church of Jediism« wurde gegründet, die aber andere Religionen nur ergänzen will.

Deren Gründer Daniel Jones trägt, einem Jedi entsprechend, eine Robe – auch beim Einkaufen. Als er jedoch Mitte September dieses Jahres mit hochgezogener Kapuze einen Tesco-Supermarkt betreten wollte, wurde er aufgehalten und von drei Mitarbeitern umringt. Im Geschäft sei das Tragen von Kapuzen verboten. Als Jones erklärte, dass seine Religion das aber verlange und ihnen eine Visitenkarte der Kirche überreichte, wurde er des Geschäfts verwiesen. Man habe sich über ihn lustig gemacht, beklagte sich Jones, der sich auch offiziell beschwerte, wie Ananova meldet.

Tesco gab daraufhin eine eigene Erklärung heraus. Jedis dürften gerne bei Tesco einkaufen, aber dann bitte ohne Kapuze. Obi-Wan Kenobi, Yoda und Luke Skywalker wären auch ohne Kopfbedeckung gesehen worden, ohne gleich zur Dunklen Seite zu wechseln. Überhaupt hätte nur der Imperator niemals seine Kapuze abgelegt. Mit Kapuze entgingen den Jedis außerdem viele Sonderangebote. Jedi Jones und die Kirche entschieden sich nach dieser Mitteilung dafür, rechtliche Schritte wegen Diskriminierung einer Religion einzuleiten und sich Tesco weigere, sich dafür zu entschuldigen.

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