Johannes' Wunsch für 2017 - Der schlafende Riese muss erwachen

Mit seinem Wunsch für 2017 geht Johannes dem PC fremd. Trotzdem könnten letzten Endes alle Spieler profitieren, wenn seine Hoffnung sich erfüllt.

von Johannes Rohe,
04.01.2017 07:00 Uhr

Aufwachen, Nintendo! Langsam wird es Zeit, mal wieder richtig durchzustarten.Aufwachen, Nintendo! Langsam wird es Zeit, mal wieder richtig durchzustarten.

Achtung PC-Freunde, das könnte jetzt etwas wehtun, denn mit meinem Wunsch für 2017 werde ich unserer Lieblingsplattform untreu. Wer meinen Beitrag zu den liebsten Star-Wars-Spielen der Redaktion gelesen hat, weiß, dass eine Konsole und kein PC meine Kindheit geprägt hat: der Nintendo 64.

Was habe ich den alten Nebelwerfer und sein geniales Spiele-Lineup geliebt: Mario 64, Mario Kart 64, The Legend of Zelda: Ocarina of Time, Banjo Kazooie, Donkey Kong 64, Turok, Star Wars: Rogue Squadron, Conker's Bad Fur Day, ein gewisses Bond-Spiel und, und, und. Damals hat ihn Nintendo eben noch hinbekommen, diesen grandiosen Mix aus First- und Third-Party-Spielen.

Wo sind die Hits hin?

Seitdem geht es allerdings stetig bergab: Der Gamecube hatte zwar noch wirklich großartige Spiele, zog gegen das gigantische Lineup der PS2 aber bereits klar den Kürzeren. Auf der Wii verschärfte sich das Problem drastisch. Klar gab's auch hier noch gute Spiele, aber abseits von Familienspaß und Japan-Rollenspielen wurde die Luft deutlich dünner.

Und die WiiU scheint selbst Nintendo binnen kurzer Zeit als Flop abgeschrieben zu haben, oder wie soll man es sonst erklären, dass sie als die bisher einzige Nintendo-Konsole ohne plattformexklusives Zelda in die Geschichte eingehen wird?

Von einem wiedererstarkten Nintendo würden alle profitieren. Aber dafür braucht es mehr als »nur« ein neues Zelda. Von einem wiedererstarkten Nintendo würden alle profitieren. Aber dafür braucht es mehr als »nur« ein neues Zelda.

2017 bringen die Japaner ihre neuste Konsole auf den Markt, Nintendo Switch. Und ich wünsche mir nichts sehnlicher, als dass die Helden meiner Kindheit damit endlich zu alter Stärke zurückfinden. Andernfalls, fürchte ich, könnte man den Kampf um die Spielerschaft endgültig verloren haben.

Der Release der Switch kommt dafür genau zur rechten Zeit. Wie Dimi in seinem Wunsch für 2017 schon richtig bemängelt, konnte man 2016 das Gefühl bekommen, den großen Publishern fehlt der Mut, neue Ideen auszuprobieren. Stattdessen reiht man Fortsetzung an Fortsetzung. Genau in diese Bresche könnte Nintendo springen.

Mehr Spiele, weniger Spielerei

Die Japaner scheuen sich schließlich nicht, auch mal andere Wege zu beschreiten. Allerdings führten diese Pfade zuletzt durch den Morast rückständiger Technik und unnützer Zusatzfeatures, während die Konkurrenz auf dem eintönigen aber gut ausgebauten Highway vorbeizog.

Nintendo Switch - Neue Konsole: Das ist Nintendo NX (Trailer-Ankündigung) 3:37 Nintendo Switch - Neue Konsole: Das ist Nintendo NX (Trailer-Ankündigung)

Die Switch könnte das ändern, denn sie setzt auf Spielbarkeit statt auf Spielereien wie Fuchtelcontroller oder einen zweiten Bildschirm. Technisch setzt man zwar keine neuen Maßstäbe, scheint aber immerhin auf Par mit der aktuellen Konkurrenz zu sein. Damit müssen Dritthersteller keinen unnötigen Programmieraufwand mehr fürchten und wir dürfen darauf hoffen, auch mal ein Tomb Raider, Witcher oder Mass Effect auf einer Nintendo-Konsole zu zocken.

Dieser gesunden Spielebasis könnte Nintendo dann mit seiner ganzen Kreativität und starken Marken wie Mario, Zelda, Donkey Kong oder Metroid das Sahnehäubchen aufsetzen. Allein der Gedanke an eine Konsole, die all das in sich vereint, lässt meine Controllerdaumen nervös zucken.

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Zum Zeitpunkt als ich diese Zeilen schreibe, ist das alles nicht mehr als pures Wunschdenken. Erst nach der offiziellen Präsentation am 13. Januar 2017 dürften wir mehr darüber wissen, ob Nintendo mit der Switch tatsächlich wieder mehr Entwickler anlocken kann.

Bis dahin sollten aber selbst PC-Spieler fleißig mit mir die Daumen drücken, denn von einem Nintendo, das den anderen Branchengrößen beweist, dass man mit Innovation und Kreativität eben doch schwarze Zahlen schreiben kann, würden letztlich alle Gamer profitieren.

Über den Autor
Wenn Sie selber gerne Multiplayer-Shooter spielen, ist die Chance groß, dass Sie Johannes schon mal über den Haufen geschossen haben, denn er hat in fast jedem Online-Shooter schon mal probeweise den Abzug gedrückt. Wenn Johannes nicht gerade Battlefield oder Rainbow Six: Siege spielt, zockt er sich quer durch alle Genres: Sport, Indie, auch mal Strategie - nur Rollenspiele zünden bei ihm einfach nicht.


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